DB bummelt, Renfe rast

Wie abgefahren ist das denn? Günstige Fahrten gibt es in Deutschland ab Mai im Regionalzug. Und jetzt schon in Spanien im Hochgeschwindigkeitszug.

Von Tobias Büscher

Bahnbrechend ist die Kritik an der Deutschen Bahn schon lange. Unpünktlichkeit, fehlende Fahrradständer an den Bahnhöfen und ein irritierendes Preissystem. Das sind nur einige der Gründe.

Spaniens Bahn steht viel besser da: Und setzt gerade eine brillante Idee um: Günstige Fahrten in Hochgeschwindigkeitszügen. Und das auch noch pünktlich.

Zauberwort Avlo

Super schnell und super günstig heißt die Variante des Hochgeschwindigkeitszugs AVE: Alta Velocidad Low Cost, kurz Avlo: Seit März 2023 werden alle Hochgeschwindigkeitsstrecken in Spanien nach und nach zwei Varianten haben, so wie jetzt schon die Strecke Madrid-Valencia.

Einmal gibt es die 360 km lange Fahrt ohne Stopps in zwei Stunden. Und einmal die Avlo-Variante. Dabei hält der AVE an allen Bahnhöfen auf dem Weg und braucht eine Stunde länger.

Wer früh bucht und wochentags fährt, bezahlt für das Ticket ab 7 €. Nach und nach werden alle großen Bahnhöfe von Alicante bis Zaragoza an dieses System angeschlossen.

Und wie rechnet sich das?

Avlo funktioniert ähnlich wie der französische Konkurrent Ouigo. Wer Hochgeschwindigkeitsstrecken günstig nutzt und früh online bucht, zahlt auch für weite Strecken weniger als für ein innerstädtisches Taxi.

Entsprechend war die erste Fahrt mit dem Avlo nach Valencia schon nach einer Stunde ausgebucht.


Und bei uns? Nach langem Ringen zwischen Bund und Ländern gilt in Deutschland ab Mai 2023 das Monatsticket für 49 Euro.  

Spanier brauchen so ein Gerangel gar nicht. Für das Geld kaufen sie einfach sieben schnelle Fahrten in weit entfernte Städte. 7 x 7 = 49.

Ach übrigens: Das deutsche Monatsticket gilt natürlich nicht für Schnellzüge, sondern für Bummelzüge. Pardon: für den „Personennahverkehr“.