Madrids Stierkampfschule droht die Schließung
Madrids Stierkampfschule droht die Schließung

8.04.2016

Madrids Stierkampfschule droht das Aus

Madrids traditionsreiche Stierkampfschule droht das Ende. Wo einst Talente wie El Juli trainierten, fehlt heute das Geld. Vor allem die linke Bürgermeisterin Carmena soll Schuld an der derzeitigen finanziellen Misere sein.

von Tobias Büscher

Fans der Corrida haben es schwer in Spanien. In Katalonien und auf den Kanaren ist der Stierkampf längst verboten, doch auch in Hochburgen wie Málaga, Sevilla und Madrid mehren sich die Proteste. Nun machen sogar die Betreiber von Madrids berühmter Escuela Tauromaquia mobil. Sie werfen der Bürgermeisterin Manuela Carmena vor, den Geldhahn zu schließen. Zuschüsse hat sie gekürzt, sodass der Schule bereits 90.000 Euro fehlen und die Ausbilder seit Monaten kein Gehalt mehr erhalten haben. Tatsächlich ist Manuela Carmena alles andere als eine Aficionada der Arena. Die einst erfolgreiche linke  Richterin gehört zudem der traditionsfeindlichen Partei Ahora Madrid an.

Tradition seit 1830

Seit dem 28. Mai 1830 existiert die Schule im Westen des Zentrums im Park Casa del Campo. Sie ist eine Talentschmiede für Jungs zwischen 9 und 18 Jahren. Nach Francos Tod hat sie sich pädagogisch stark verbessert. Wo einst Schüler mit behörnten Schubkarren aufeinander losgingen, arbeiten heute Ex-Toreros mit den Schülern, die nebenbei die eigentliche Schulausbildung erhalten. Denn, so der Vize-Chef José Luis Bote: "Schafft es von den Jungs wirklich einer in die große Arena, dann gleicht das einem Wunder". Doch dieses Wunder ist schon passiert:

El Juli und Cristina Sánchez

Bekannt ist vor allem El Juli, der vor seiner Karriere als Torero zunächst in Mexiko auftrat. Denn in Spanien ist das erst ab dem 18. Lebensjahr möglich. Noch beachtlicher aber ist die Laufbahn von Cristina Sánchez (*Madrid 1972). Sie trat nach der Ausbildung als erste Frau in der berühmten Arena Las Ventas in Madrid auf. Die zierliche Tochter eines Banderilleros war so zäh, dass sie mehrere Hornverwundungen ertrug und vor allem die Sprüche aus der männerdominierten Welt der Züchter und Moderatoren. 1999 hatte sie genug. Sie zog sich zurück.

 

José Luis Bote hat inzwischen die Medien mobilisiert und erhofft sich von den Stierkampffans finanzielle Unterstützung. Ansonsten, erklärte er der Tageszeitung ABC, müsse die Stierkampfschule schon in den nächsten Monaten schließen.

 

 

 

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