H2Med: Grüner Wasserstoff aus Spanien

Spanien, Portugal und Frankreich starten das Wasserstoffprojekt H2Med. Mit Medizin hat das aber nichts zu tun. Gemeint ist ein grüner Korridor, der Europa in Sachen Energie entlasten soll.

Von Tobias Büscher

Der Wasserstoff aus erneuerbaren Energien soll schon ab 2030 von Barcelona durch das Mittelmeer in die französische Hafenmetropole Marseille fließen.

Auf einer Strecke von 450 km und teils 2600 Meter unter dem Meeresspiegel wird die Pipeline als eine Art grüner Korridor gebaut. Und der soll Europa unabhängiger von russischem Gas machen.

In einer aktuellen Pressemitteilung der Regierung wird Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez so zitiert: „Wir Europäer müssen uns solidarisch zeigen, um die Energieabhängigkeit zu verringern“. Die Kosten belaufen sich auf rund 2,5 Milliarden Euro. 

Zusätzlich ist auch eine 240 km lange, unterirdische Pipeline zwischen der portugiesischen Stadt Celorico da Beira und der nordwestspanischen Stadt Zamora geplant.

Effiziente Energiepolitik

Spanien bemüht sich schon länger um eine besonders fortschrittliche Energiepolitik. So verordnete Madrid bereits im August eine Reihe von Energiesparmaßnahmen. Die Klimaanlagen in Kinos, Büros, Ämtern und auf Flughäfen dürfen derzeit beispielsweise nur noch 19 Grad warm sein.

Und weil auf der Iberischen Halbinsel alternative Energien schon seit Jahren hoch im Kurs stehen, ist die Abhängigkeit von russischem Gas weitaus geringer als bei uns. Vor allem die rund 250 Windparks sorgen dafür, von denen die meisten in Kastilien, Galicien und Andalusien stehen.