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Neue Fakten zu Lorcas Tod sind aufgetaucht © Roberto di Bella

24.04.2015

Lorca angeblich wegen Homosexualität exekutiert

Angeblich ermordeten rechte Falange-Milizen den berühmten spanischen Dichter wegen seiner Homosexualität. Das bestätigt ein Polizeiprotokoll von 1965 aus Granada. Freimaurertum des Andalusiers soll auch eine Rolle gespielt haben.

von Marcos Fernández Vacas

Lange bekannt ist die sozialistische Gesinnung von Federico García Lorca. Von den Faschisten schlug ihm deswegen blanker Hass entgegen. Den Fall untersucht hat in den 1960er-Jahren das Polizeipräsidium von Granada.

Tratsch über Lorcas Homosexualität in Granada

Laut dem Fernsehsender RTVE gehörte García Lorca zur Freimaurer-Loge Alhambra und nannte sich dort Homer. Welchen Grad er in dem exklusiven ethischen Bund erlangte, ist nicht geklärt. Der Polizeibericht hebt die „homosexuellen Praktiken hervor, über die die Menschen in der Öffentlichkeit tratschen.“ Im Hause von Freunden nahmen den Poeten rechte Milizen fest und fuhren ihn an einem Ort außerhalb der Stadt Granada namens Viznar.

Nach Schuldbekenntnis am Morgen erschossen

Dort musste er dann zusammen mit einer anderen Person zwanghaft Rede und Antwort stehen. Nachdem er seine Schuld zugab, so der Bericht, erschossen die Faschisten den jungen Dichter frühmorgens am 18. August 1936. Nicht weit vom Ort des Schreckens entfernt ist er begraben. Allerdings soll seine letzte Ruhestätte schwer zugänglich sein,  benannt ist diese im Dokument nicht. Bis heute ist Garcías letzte Grabstelle unentdeckt.

Kein Kommentar von spanischer Regierung zum Fall

Offiziell hält sich die konservative Regierung von Mariano Rajoy zu diesen neu aufgekommenen Fakten mit Kommentaren zurück. Zu viele Fragen seien offen. Jedoch halten internationale Historiker fest, dass im Polizeibericht zum ersten Mal eine Behörde des Franco-Regimes die Exekution des Künstlers durch ein Kommando bestätigt. Bis jetzt gingen manche Experten vom zufälligen Tod während eines Scharmützels aus. García Lorca gehört mit Werken wie Bluthochzeit, Bernarda Albas Haus oder Romancero gitano zu den wichtigsten Autoren spanischer Sprache im 20. Jahrhundert.

 

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