Boote und Meer in Galicien, Nordwestspanien
Rías Baixas: südliche Bucht in Galicien, tb

29.12.2014

Spanien: Galicien erlebt einen Touristenboom

Damit haben die Nordwestspanier nicht gerechnet. Über 4 Millionen Touristen kamen 2014 nach Galicien. Dabei ist die Region rund um Santiago de Compostela weit weniger bekannt als Andalusien und Kastilien.

von Tobias Büscher

Erst Ende Januar 2015 wollte die Regierung in Santiago de Compostela die Meldung bringen. Doch schon jetzt jubelt die Zeitung La Voz de Galicia: "Der Tourismus wächst dreimal schneller als erwartet". Hintergrund: Schon 3.855.871 Besucher hatte das zuständige Amt vor wenigen Tagen gezählt. Und damit sind die 4 Millionen bis Silvester spielend erreicht.

Landhaus in Galicien
Landhaus in Galicien, tb

Besucherboom wie im Jakobsjahr

Solch einen Besucheransturm erleben die Galicier normalerweise nur zu Jakobsjahren. Dann nämlich, wenn der 25. Juli auf einen Sonntag fällt und die Pilgerstadt Santiago de Compostela beim Apostelfest aus allen Nähten platzt wie zuletzt 2010.

Dabei gilt damals wie heute: Fast jeder Besucher kommt in Galiciens Hauptstadt und besichtigt die Kathedrale. Als Küstenort ist vor allem Finisterre ihr Ziel. Und Wiederholungstäter gehen lieber ins Landhaus als ins Hotel. Den Kathedralenstrand im hohen Norden dagegen kennt kaum jemand, ebenso wie die Karnevalshochburgen südlich von Ourense und die schöne Stadt Tui am galicischen Fluss Miño.

Pontevedra, Altstadtplatz mit Granitarkaden
Altstadt von Pontevedra, tb

Land der Meigas und Muscheln

Interessant auch: Der Inlandtourismus ist durch die anhaltende Wirtschaftskrise in Spanien gesunken. Dennoch steigen die Besucherzahlen in Galicien, was vor allem an den Deutschen, Engländern und Franzosen liegt. Wenigen im Vergleich zu Mallorca, und dennoch diesmal wieder über 4 Millionen. Galicien ist abgesehen vom Jakobsweg dorthin dennoch eine weitgehend unbekannte Region. Ein Indiz: Anders als auf Mallorca ist der Tourismus trotz 7 Prozent mehr Besuchern als 2013 nicht die führende Einnahmequelle. Das Land der Meigas (Hexen) und Muscheln (vieiras) lebt von der Autoindustrie in Vigo und vor allem vom Fischfang. Besonders gefragt sind Galiciens Jakobsmuscheln, Entenmuscheln und Miesmuscheln.

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Muschelmord, Tod auf dem Jakobsweg. Krimi auf Spanisch und Deutsch. Ein Polizist ermittelt undercover im Pilgermilieu:

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