Gemälde von Zurbarán. Motiv ist ein Lamm
Eine der selteneren Motive des Spaniers Zurbarán: das Lamm

14.10.2015

Zurbarán: das Katalogbuch zur Ausstellung

Die Zurbarán-Ausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast vom 10. Oktober 2015 bis zum 31. Januar 2016 ist nicht für alle leicht erreichbar. Dafür gibt es einen 300 Seiten starken Katalogband mit den Werken des spanischen Künstlers.


von Tobias Büscher

Der Meister des Lichts, gebannt in einem schweren, brillant gedruckten Band. Eine Augenweide für seine Fans. Dalí hat immer von dem modernen Charakter des Spaniers (1598-1664) geschwärmt. Andere nannten ihn schlicht den Maler der Mönche. Und tatsächlich bestimmten religiöse Motive das künstlerische Leben des Mannes, der aus der Extremadura stammte, viel in Sevilla arbeitete und in Madrid starb.

Meister des Lichts

Vielleicht liegt es auch genau an diesen tiefreligiösen Bildern, dass Francisco Zurbarán im deutschsprachigen Raum weit weniger bekannt ist als Goya und Velázquez. Doch die Gemälde, vorwiegend ausgestellt im Prado in Madrid, haben eine Strahlkraft weit über Heiligenscheine hinaus. Das zeigt schon das Titelbild des Zurbarán-Katalogs. Ein von hinten angestrahlter Mönch, sein Gesicht im Schatten der Kapuze, der Totenschädel dagegen gut sichtbar. Und der Hintergrund abgtrundtief dunkel wie eine schwarze Leinwand.

Birnen in der Porzellanschale

Es ist die erste Zurbarán-Ausstellung in Deutschland überhaupt. Zuvor war sie in Madrid zu sehen. Und der Katalog der erste Kunstband dieser Größe auf Deutsch. Darin kommen fromme Betende und asketische Bettelmönche und Heiligenszenen en masse vor. Aber auch Weltliches, vor allem Obstschalen. Zurbarán porträtierte Trauben (1639) und Zitronen 1640) auf dem Teller und Birnen in der Porzellanschale (1645). Ein schöner, regelrecht erfrischender Ausgleich beim Anblick seines Lebenswerks. 

Die Autoren des Katalogs

Der Katalogband (Preis 49.90 €) lebt übrigens nicht nur von den Bildern des einstigen Hofmalers von Felipe IV. Auch die Texte der Autoren sind fundiert. Zu ihnen gehören die Zurbarán-Spezialistin Odile Delenda aus Frankreich genauso wie Kunstforscher Benito Navarrete Prieto aus Spanien und Matthias Weniger vom Bayerischen Nationalmuseum in München.

Ein Bild übrigens ist nicht von dem spanischen Maler selbst. Das auf der letzten Seite des Bandes. Es zeigt ein Zurbarán-Porträt des späteren Hofmalers Franzisco de Goya von 1798. Eine Rötelzeichnung vom Gesicht des Spaniers, der in sich ruhend und gut gelaunt mit entsprechendem Spitzbart auf den Betrachter schaut. Was ein Kontrast zum Titel mit dem Mönch!


Details zum Buch:

Verlag Hirmer
Erschienen 2015
170 Farbabbildungen
Gebunden
ISBN: 978-3-7774-2418-7

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