Andalusien: Küche des Südens

Acht Provinzen, zwei Meere, drei Gebirge und 800 Jahre maurisches Erbe auf jedem Teller. Andalusien ist die wärmste, lauteste und wohl vielseitigste Genuss­region Spaniens — Heimat von Sherry, Olivenöl und der kalten Suppe als Hochkultur.

von Tobias Büscher

Wer aus dem nieseligen Norden in die andalusische Hitze fällt, versteht, warum die Küche hier kalt beginnt: Gazpacho, Salmorejo, Ajoblanco. Wer dann nach Jerez weiterzieht, lernt das Zweite kennen, was Andalusien definiert: das Glas Fino zur Tapa. Und wer schließlich nach Jaén kommt, sieht die unendlichen Olivenhaine — ein Drittel allen Olivenöls weltweit kommt aus dieser einen Provinz.

Maurisches Erbe: 800 Jahre Aromen

Mandeln, Safran, Reis, Aubergine, Zucker: was heute als „typisch spanisch" gilt, brachten ab dem 8. Jahrhundert die

Andalusiens Küche und die Mauren

Wie Bittermandeln in den Ajoblanco kamen, Reis nach Valencia und Marzipan in jede Klosterbäckerei. Eine Aromen-Reise vom Maghreb nach Sevilla. zum Artikel

Klassische Gerichte aus Andalusien

Was auf der Karte steht, wenn man hier zum ersten Mal sitzt — und was man wirklich bestellen sollte.

Gazpacho — die kalte Tomatensuppe

Sechs Zutaten, fünf Minuten, ein Stabmixer — und eine ewige Streitfrage: kommt Brot rein oder nicht? Das Original-Rezept aus Sevilla. zum Rezept

Alfajores Andaluces

Honig, Mandel, Feigen, Sesam, Zimt. Das Mauren-Gebäck aus Medina Sidonia, das jeden Klosterladen Andalusiens schmückt. zum Rezept

Alle Rezepte aus Andalusien

Vom 5-Minuten-Gazpacho bis zum Lammrücken nach Mauren-Art — 32 Rezepte, gefiltert nach Schwierigkeit und Saison: zur Rezeptseite

Künstler in der Küche, Vorbild Picasso

Einer der berühmtesten Andalusier ist Pablo Picasso, geboren in Málaga, ein Genießer in jeder Hinsicht. Sein Vater entstammte der alten und angesehenen Familie Ruiz in der Provinz Léon; seine Mutter, Doña María Picasso y Lopez, war waschechte Andalusierin mit teilweise arabischem Blut.

Mit andalusischer Leidenschaft widmete der große kleine Spanier sich denn auch zeitlebens zwei Angelegenheiten: Der Kunst und den Frauen. Und genau so leidenschaftlich wie er malte, bildhauerte und liebte, kochte der Künstler auch.

Bevorzugt mediterran und gern und oft für Freunde und Gäste. Vor allem aber auch für seine Kinder. Sein Sohn Claude lobte vor Jahren in einem Interview die kulinarischen Fertigkeiten seines berühmten Erzeugers mit den Worten "Den Fisch konnte er zubereiten wie sonst niemand." Andalusier sind eben auch echte Küchen-Künstler.

Rosinen und Rebsorten aus Málaga

Málaga ist Andalusiens kleinste Provinz. Von hier kommt das Beste, was aus getrockneten Trauben werden kann: pasas de Málaga, Málaga-Rosinen. Die kleinen erlesenen Köstlichkeiten werden auch heute noch nach altem Verfahren aus Trauben der Rebsorten Moscatel de Alejandría,

"Málaga-Muskateller" und "Dicker Muskateller" hergestellt. Nach der Traubenlese im August und September werden die prallen Früchtchen auf paseros, speziellen Trockenflächen, zum Trocknen ausgelegt. Hierfür sind nur andalusische Sonne und Luft erlaubt, künstliche Trockner sind absolut tabu.

Teil 2: Andalusische Troika, Geschmackliche Höhenflüge

Teil 3: Typisch Andalusien, Süß und gar nicht sündig

Karte zur Lage Andalusiens:

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