Gin in Porzellanflaschen aus Menorca
Xoriguer Gin Mahon aus Menorca, tb

Gin aus Spanien

Gin ist british, very british. Nur britisch? Nein, eine kleine Insel in Spanien hat sich einen Namen als Gin-Produzent gemacht: Menorca, die kleine Schwester von Mallorca. Dort entsteht der Schnaps aus lokalem Wacholder und Trauben mit Namen Xoriguer Gin Mahón.

 

von Tobias Büscher (Text und Fotos)


Neben spanischen Ginsorten wie Nordés, Gin Mare und Larios gehört Xoriguer zu den bekanntesten. Vor allem aber ist die Marke besonders alt: Und die Geschichte dazu geht so:

Im 18. Jh. hatten die Briten bei der Einnahme von Menorca ordentlich zu tun gegen die renitenten Bauern. Und als sie die Insel endlich unter Kontrolle hatten, brauchten sie einen Schnaps. Gab es nicht. Sie forderten mit viel Gebrülle eine Destille. Und das mit Erfolg. Wacholder und Wein kamen im Hauptort Maó fortan in Kupferkolben, um anschließend in Eichfässern zu reifen. Heute steht die Fabrik Xoriquer noch immer, ist auf dem neusten technischen Stand und von der spanischen Wirtschaftskrise dem Vernehmen nach überhaupt nicht betroffen. Gin gehört zu den Kultgetränken Spaniens.  So sehr, dass im weit entfernten Galicien in Nordwestspanien neuerdings auch ein Gin Nordés im Angebot ist: kurioserweise mit Albariño-Weißwein angereichert.

Zwei Frauen aus Menorca prosten sich mit dem Mixgetränk Pomada beim Fest Sant Joan zu
Prost mit Gin-Pomada aus Menorca, tb

Mixgetränk Pomada

Die Briten trugen Pomade, zumindest die Befehlshaber. Die sind zwar alle längst weg, aber Pomada gibt es heute noch: ein brandgefährlicher Mix aus Menorca-Gin, gehacktem Eis und frisch gepressten Zitronen. Star ist das Getränk beim Lokalfest Sant Joan am 23. Juni, wenn die Reiter in Ciutadella mit Vollgas ihre Rassepferde durch das Publikum galoppieren (mehr). Sieht gefährlich aus, macht aber vor allem durstig. Und so gibt es das Pomada an jedem Straßenstrand in 1,5 Liter-Plastikflaschen.

Bar mit Gin-Tonic auf dem Thresen
Viel Gin, wenig Tonic, tb

Viel Gin, wenig Tonic

Übrigens: Die Spanier trinken ihren Gin auch sonst anders als bei uns. Das Getränk (spricht sich Chin Tonik) mixen die Barkeeper gerne so: Großes Glas auf den Thresen knallen, fast randvoll mit Gin füllen, gönnerhaft gucken, Tonic-Fläschchen öffnen und die restlichen Zentimeter bis zum Rand füllen. Tonic Flasche plus Glas gehen so in die Hand des Kunden über und wenn der nicht aufpasst, geht schon bald einiges in die Luft. Wie hier mitten am Tag in Ciutadella beim Fest Sant Joan:

Frau fliegt in Menorca durch die Luft
Nach dem Gin ist vor dem Gin: Viva la Fiesta auf Menorca, tb

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