Prinz Felipe, der heutige König von Spanien

Groß gewachsen, sportlich, sonnengebräunt, in perfekt sitzender Galauniform gekleidet, ein charmantes Lächeln auf den Lippen – so kennt man den spanischen Thronfolger Prinz Felipe von Spanien. Jetzt ist sein Weg frei. Juan Carlos, sein Vater, hat im Juni 2014 seinen Rücktritt erklärt. Und Felipe ist König von Spanien. 

von Julia Kuzmina

Seit der bombastischen Hochzeit mit Prinzessin Letizia im Jahr 2004 zeigen Frauenmagazine Prinz Felipe routinemäßig als ständigen Begleiter seiner Gemahlin. Ein schönes Paar, von der Körpergröße jedoch extrem unterschiedlich. Felipe mit seinen 1,97 m überragt seine Frau um Längen. Journalisten schreiben gerne über Letizia, über ihre Kleider und ihre Figur. Doch kaum jemand spricht davon, dass diese Verbindung Felipe seinerzeit benahe die spanische Krone gekostet hat.

Lange im Schatten von Juan Carlos

Jeder Sohn eines Übervaters hat es schwer gehabt, ein eigenes Profil zu entwickeln. Jeder Thronfolger muss sich mit dem regierenden Monarchen messen lassen. Die Presse hinterfragt gern, ob der Sohn den Fußstapfen seines charismatischen Vaters gewachsen sein wird - wenn die Zeit einmal reif ist. So erging es Felipe von Spanien schon immer. Und der wollte alles richtig machen. Bis er schließlich im Juni 2014 den Weg frei bekam. Er wrid nach Juan Carlos Rücktritt nun endlich König.

 

Prinz, Major und Korvettenkapitän

Nach dem Vorbild seines Vaters leistete er den Dienst bei allen drei Gattungen der spanischen Armee ab. Heute ist er Major bei Heer und Luftwaffe sowie Korvettenkapitän der Marine. Regelmäßig nimmt er an Vaters Seite an Segelbootsrennen teil. Felipe hat Jura studiert. Um seinen höfischen Pflichten besser gerecht zu werden, machte er dazu noch einen Master im Fach Internationale Beziehungen an der renommierten amerikanischen Universität in Georgetown.

 

Hunderte Termine, viel Taschengeld

 

Er nimmt im Jahr rund 400 offizielle Termine wahr, reist zu mehr als zehn Staatsbesuchen ins Ausland, hält etwa 60 Reden und lädt rund 1000 Bürger zu Audienzen ein. Dafür bekommt er ein relativ bescheidenes Taschengeld von 146 376 €, wie das spanische Königshaus kürzlich bekannt gegeben hat (mehr).  „Todo por España“ – diesem Motto seiner strengen Eltern ist er immer gefolgt.

 

Der Prinz wird bockig

Nur ein einziges Mal wollte Felipe von seiner vorbildhaften Laufbahn abweichen, als er sich im Jahre 1997 in das norwegische Model Eva Sannum heftig verliebte und ihr gegenüber sogar ernsthafte Absichten signalisierte. Die  Eltern König Juan Carlos und Königin Sofía griffen hart durch: sie untersagten die Beziehung kurzerhand. Der öffentliche Rückzieher hat bei dem jungen Kronprinzen ein tiefes seelisches Trauma hinterlassen, doch wer Felipe für ein Weichei hielt, wurde im Jahr 2004 herb enttäuscht.

 

Liebe auf den ersten Bildschirmblick

Da sah Felipe im Fernsehen Letizia Ortíz, eine so attraktive wie erfolgreiche TV-Moderatorin. Felipe soll einen befreundeten Journalisten um ein unauffälliges Treffen mit ihr gebeten haben. Die Romanze entwickelt sich zum Unmut des spanischen Königspaares zu einer festen Beziehung, bis Felipe eines Tages klarstellt, er werde diese Frau heiraten. Sein Vater versucht erneut, den Sohn in die Knie zu zwingen, doch diesmal bietet ihm Felipe entschieden die Stirn. Er erklärte, wenn er Letizia nicht heiraten könne, werde er auf den Thron verzichten. Zum Beweis seiner Entschlossenheit provozierte er einen Skandal. Seine Eltern ließ er wissen, er werde am Tag der Streitkräfte am 12. Oktober nicht wie üblich mit dem Vater die Militärparade abnehmen, sondern sich in New York mit Letizia treffen. Das Königspaar gab sich geschlagen und Königin Sofía legte ihren Wunsch nach einer standesgemäßen Schwiegertochter seufzend ad acta.

Endlich im Rampenlicht

An jenem glorreichen 22. Mai 2004 war Prinz Felipe von Spanien - vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben – der wahre Held der Stunde. Und die spanische Öffentlichkeit war begeistert von der königlichen Braut! Die Medien überschlugen sich in Liebesbekundungen, El País schrieb: „Die künftige Königin ist eine Spanierin, die sehr repräsentativ ist für unsere Zeit: jung, professionell, weit gereist, unabhängig und mit persönlicher und beruflicher Erfahrung, die sie mit Millionen Landsleuten teilt“.

 

Fingerzeig in der Kathedrale

 

Auch Fernsehkanäle und Klatschblätter aus aller Welt jubelten. Juan Carlos rächte sich auf seine Weise. Er betrat neben seiner Schwester und nicht, wie sonst in Spanien üblich, an der Seite der Mutter der Braut die Kathedrale. Doch das war Felipe in dem Moment wohl egal - er stand bei dem ganzen Hochzeitstrubel nur da, mustergültig wie immer, und lächelte. Das war sein Tag. Heute, wenn er mit seiner schönen Frau und den zwei süßen kleinen Töchtern Leonor und Sofía Urlaub auf den Kanarischen Inseln macht, ist auf seinen Lippen ein leichtes Lächeln zu sehen. Es ist das Lächeln eines Mannes, der am Ende doch Kante gezeigt hat. Jetzt aber beerbt er seinen berühmten Vater, auch wenn dieser gern behauptet hatte, nur der Tod könne ihn in die Rente schicken.

 

 

Weiterführende Links

 

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