Calatrava-Bau in Valencia
Museo de las Ciencas, Bau von Stararchitekt Santiago Calatrava

Schwingungen in Weiß

Santiago Calatrava im Porträt

Santiago Calatrava Valls gilt in Spanien als legitimer Nachfolger Antoni Gaudís. Er besitzt 16 Ehrendoktorate, gewann die Goldmedaille des IstructE und den Prinz-von-Asturien-Preis, hat Planungsbüros in Zürich, Valencia und New York und zählt zur Welt-Elite innovativer Brückeningenieure.


von Jan Power


Der Ingenieur-Architekt, dezent, zeitlos und stets korrekt gekleidet, ist auffallend unauffällig. Ganz im Gegensatz zu seinen kühnen Konstruktionen: Futuristisch spektakulär, beeindruckend skulptural, alles ist offen, lichtdurchflutet, hell – dominierend der schneeweiße Beton. Die Filigrantragwerke des Valencianers sprechen auch optisch an. Auch aus China kamen schon Aufträge. Sie vereinnahmen den Betrachter sofort. Aber sie polarisieren auch – gewaltig (Fotos auf El Confidencial).

Erster Berufswunsch: Zeichner

Nach Abitur, Architektur- und Urbanistikstudium in Valencia geht Calatrava 1975 nach Zürich, wo er 1981 als Bauingenieur promoviert und sein erstes Planungsbüro eröffnet. Nach mehreren Kleinprojekten gewinnt er die Ausschreibungen für erste Großaufträge. Die „herausragenden“ Bahnhofs- und Brückenbauten in der Schweiz, Spanien und Frankreich erwecken umgehend internationale Aufmerksamkeit. Büros eröffnet er 1989 in Paris, 1991 in Valencia. Weitere wichtige Stationen seines Schaffens sind die Expo '92, Saint-Exupéry in Lyon, die Ciutat de la Ciencia plus Oceanogràfic mit dem erst 2006 fertig gestellten Palau in seiner Heimatstadt, der Ostbahnhof für die Expo '98, das Auditorium auf Teneriffa, der Olympia-Sportkomplex für Athen, und der Turning Torso in Malmö 2005. Zwei Jahre zuvor schließen sich die Pforten der französischen Niederlassung, ein Jahr später öffnen sie sich in New York, weil seine Werke auf dem amerikanischen Kontinent immer gefragter sind. Seine extreme Produktivität bezeichnet er selbst als „bescheidenen Beitrag zur modernen Architektur“.

 

Teil 2: Calatrava: Strukturen für die Zukunft