El Rocío, Andalusier während der Wallfahrt
Wallfahrt in Andalusien

Wallfahrt nach El Rocío

Von weitem erinnert die andalusische Wallfahrt an manchen Westernklassiker mit Robert Taylor in der Hauptrolle. Langer Tross, begleitende Reiter, aufwirbelnder Staub. Doch von nahem kommt sie einem sofort spanisch vor, die berühmteste Wallfahrt des Landes zur Pfingstzeit.

 

von Tobias Büscher


Señoras im farbenfrohen Rüschenkleid hoch zu Ross, stolze Herren mit Sombrero im klassischen Schwarz, dazu geschmückte, von Pferden und Ochsen gezogene Karren. Wie vor Jahrhunderten, könnte man meinen, doch längst hat sich auch die Moderne in den Tross eingeschlichen: In Form vierradangetriebener, bulliger Geländewagen.

 

Zwischen Kitsch und Inbrunst

 

Auf allem, was rollt und fährt, sind Campinggeschirr und Matrazen zu sehen, Sherrybehälter und Lederbeutel mit Wein. Dass sich dahinter ein tief religiöses Pfingstfest verbirgt, wird bei dem volksfestartigen Happening mit Sevillanas, Olé-Rufen und Churrosbuden, fliegenden Händlern und trommelnden Begleitern auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich.

 

1 Million Gläubige unterwegs

Gut eine Million Gläubige pilgern an Pfingsten tagelang aus ver-schiedenen Richtungen zu der Kapelle von El Rocío: Ab Samstag versammeln sich Pilger und die Bruderschaften dort. In der Nacht zu Pfingstmontag wird die Statue der Virgen del Rocío mit Beinamen „die weiße Taube“ (La Paloma Blanca) mehrere Stunden lang um die Kirche getragen.


Der Saum der Jungfrau

Dann wird es eng. Sehr eng. Denn viele versuchen, während dieses Fest-Höhepunkts wenigstens den Saum der Jungfrau-Figur zu berühren. Schauplatz des enthusiastischen Fests ist ein 1000-Seelen-Ort, der den Rest des Jahres fernab von Gut und Böse in der andalusischen Weite liegt.

Fiesta-Praxis

Lange Karawanen ziehen an Pfingsten von vielen Orten Andalusiens aus mehrere Tage zu dem Heiligtum El Rocío. Der längste Tross kommt von Sevilla, der schönste Weg führt ab Sanlúcar de Barrameda am Meer entlang durch die teils steppenartige Landschaft des Doñana-Nationalparks (48 km). Die Wagen, auf denen die Besitzer schlafen und essen, sind auf dieser Strecke drei Tage unterwegs, wobei sie am Mittwoch und Donnerstag von Fähren über den Guadalquivir geschippert werden.

Zelt, Schlafsack und genug Wasser

Wer teilnehmen möchte: Zelt, Schlafsack und genügend Verpflegung sollte man beim Mitwandern oder Mitrollen dabei haben. Wer motorisiert anreist, wird auf Parkplätze außerhalb des Heiligtums geleitet. Tipp für Fahrradfahrer: auf die zahllosen Glassplitter zerborstener Sherryflaschen achten.

Internet: www.rocio.com

Schlafen und Essen: Ohne Schlafsack und Zelt oder einen Campingwagen geht hier fast nichts. Die wenigen Hotels sind gnadenlos überfüllt und zur Wallfahrt außerdem unglaublich teuer.

 

 

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