Figuren der Fallas in Valencia werden aufgebaut
Hier sind die Fallas-Figuren noch intakt
Figuren in Valencia beim Abbrennen
Hier brennen sie

Fallas de Valencia

Der Winter lässt sich vielfältig vertreiben. València legt Feuer. Während der Fallas brennt die Stadt. Am 18. und 19. März gehen über 700 Figuren aus Holz und Pappmasché in Flammen auf.

 

von Tobias Büscher

 

Bewohner und Besucher versammeln sich auf den Altstadtplätzen und im Becken des trockengelegten Flusses Turia, um den Pyromanen ab 22 Uhr bei der Arbeit zuzusehen. Die Ninots basteln die Valencianos das ganze Jahr über liebevoll in den Hinterhöfen zusammen. Sie karikieren Zeitgenossen, verzerren Prominentengesichter und nehmen Polit-Skandale aufs Korn: von wenig belesenen Stierkämpfern über sexsüchtige Journalisten bis hin zu bestechlichen Bürgermeistern.


Zynische Puppen in Flammen

Dazu gibt es Stierkampf, Paella-Essen mit Preis-verleihung für die beste Reispfanne im Freien, Blumengestecke, Miss-Wahlen und viel Open-Air-Musik (Verbenas). Ab dem 15. werden die Figuren aufgestellt. Mittags um 14 Uhr explodieren in der Altstadt zehn Minuten lang die Mascletas-Knallkörper. Am 18. und 19. brennen die Puppen von 22 Uhr an in den verschiedenen Stadtvierteln. Kurz vor Mitternacht entzündet man am 19. auf dem Rathausplatz Plaça del Ajuntament die größte Figur. Um Punkt Mitternacht erreicht das Fest dann seinen Höhe- und Schlusspunkt.

 

Die besten kommen ins Museum

 

Manche Figuren, die bei der Cremà in Flammen aufgehen, sind wahre Kunstwerke, doch nur eines der Ninots überlebt das Fest. Es wird als beste Puppe prämiert und kommt ins Museum. Das Millionen Euro teure Fest geht auf den Brauch von Handwerkern zurück, am Ende des Winters Holzabfälle und alte Ölreste zu entsorgen. Irgendwann begannen sie, die Bretter vor dem Abbrennen aus Spaß zu ei-ner Figur zusammenzusetzen. Die Falla-Idee war geboren.

 

 

500 Tonnen Knallkörper

Seither ist die Feuerwehr im März in Alarmbereitschaft und fast alle Gebäude mit den weißblauen Tafeln der Feuerversicherung gekennzeichnet. Diese Fallas sind neben der Johannisnacht (San Juan) das aufregendste Feuerspektakel des Landes. Dabei zischen gut und gerne 500 Tonnen Knallkörper in die Luft.

Fiesta-Praxis für Valencia

Möglichst schon im Herbst zuvor eine Unterkunft reservieren! Kurz Entschlossene finden kein einziges Zimmer mehr, können aber in die Orte der Umgebung ausweichen, etwa in den südlichen Badeort Cullera. Stellen Sie sich auf einen unglaublichen Lärm ein, vergessen Sie während der Fallas unbedingt das Wort Nachtruhe. Das Fest in der drittgrößten Stadt Spaniens dauert vom 12. bis zum 19. März. Wer gerne filmt oder fotografiert, wird ein Stativ hilfreich finden, um die Atmosphäre nicht wegzublitzen.

 

Jenseits des Flammenfests

 

Die Stadt bietet einiges mehr als Flammen: Vor Valèncias Ka-thedrale tagt seit mehr als 1000 Jahren jeden Donnerstag um 12 Uhr das Wassergericht über Streitigkeiten bei den Bewässerungskanälen, die einst die Mauren einrichteten. Hochmodern geht es etwas außerhalb in der „Kunst- und Wissenschaftsstadt“ des Stararchitekten Santiago Calatrava zu (www.cac.es). Seine Ciutat de les Arts i de les Ciènces liegt an der Autobahn nach Saler und bietet eine bestechende Mischung aus Infotainment, Wissenschaft und Freizeit inklusive 3-D-Kino und ozeanografischem Park.Der Bus Turístic fährt die beliebtesten Sehens-würdigkeiten im Zentrum ab. Attraktiv ist das Museum mit den schönsten, prämierten Fallas-Figuren, die dem Feuertod entkamen: Museu Faller, Plaça Monteolivete.

 

Markthalle mit Paellapfannen von S bis XXL

 

Der Mercat wiederum ist eine gewaltige Markthalle aus Stahl und Glas. Hier gibt es auch Paellapfannen von den Größen S bis XXL.

 

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