Galicisches Paar an Karneval
Galicierin an Karneval
Teneriffa-Frauen an Karneval
Frauen von Teneriffa

Spanien: Feste im Februar

Während in der Extremadura böse Geister unterwegs sind, regieren im Ort Zamarramala vorübergehend die Frauen. Doch richtig berühmt ist der Festmonat Februar in Spanien für den Karneval.

 

Wer also in der Narrenzeit nicht gerade in Köln oder Mainz ist, sollte mal nach Südgalicien fahren. Dort geht es archaisch zu, auf den Kanaren dagegen sehr farbenfroh, vor allem auf Teneriffa.

Brennende Puppen in der Extremadura: Las Candelas

In der Nacht zum 2. Februar gehen im kleinen Extremadura-Ort  Almendralejo die Strohpuppen in Flammen auf. Sie symbolisieren böse Geister. Die Scheiterhaufen bauen die Bewohner schon Tage zuvor aus Brettern und alten Möbel.

Fest der Frauen Las Aguedas

Am 5. Februar nehmen die Frauen in Zamarramala bei Segovia das Zepter in die Hand. Agueda (Agathe) ist ihre Schutzpatronin, und ihr widmen sie jeden Tanz und jede Satire auf die Männer. Übrigens: Einfach sei das Geschlechterverhältnis in Spanien nicht, meinte unlängst ein Soziologe aus Madrid: „Die Männer suchen Frauen, die es nicht mehr gibt. Und die Frauen suchen Männer, die es noch nicht gibt.“

 

 

Karnevalswagen im spanischen Galicien mit Castro-Keltenmotiv
Castro-Keltenwagen in Lalín

Eine Woche vor Karneval feiern die spanischen Bewohner  von Lalín in Zentralgalicien ihr großes Schlachtfest. In der Meerzweckhalle treten die Musikstars Spaniens auf mit Liveschalte des TV. Und der Bürgermeister José Crespo, nun schon über 25 Jahre im Amt, lädt zum karnevalesken Umzug.

Crespo adelt während des Stadtfests übrigens gerne die Prominenz aus ganz Spanien und schlägt sie mit einem Kochlöffel zum Ritter des Cocidos: Sie schwören dann, mindestens einmal im Jahr dieses Gericht aus Schweinefleisch mit Kartoffeln und Grelo-Gemüse zu essen. Seit 2015 sind sogar die Wirtschaftsministerin Spaniens und der Boss von Estrella-Galicia im Team: zum Cocido-Fest

Karneval: Highlights in Cádiz und auf Teneriffa

Die Carnavales sind besonders lebhaft in der Hafenstadt Cádiz, aber auch in Sitges bei Barcelona, wo ein kunterbunter Schwulen-Karneval steigt, während auf Teneriffa und La Palma lateinamerikanische Rhythmen schallen. Hoch her geht es auch in Platja d’Aro, einem Ferienzentrum an der Costa Brava sowie in Vinaròs südlich des Ebro-Deltas.

Karneval je nach Region anders

Karneval feiern Spanier sehr unterschiedlich. Aber gut, bei uns ist Fasching ja auch nicht gleich Fastelovend. Während im südlichen Cádiz der Gesang und auf der kanarischen Insel Teneriffa fantastische karibische Kostüme im Vordergrund stehen, färben sich die Bewohner in den spanischen Pyrenäen das Gesicht zu schwarzen Horrorvisagen und ziehen sich Hörner und Tierfelle über. Im Süden feiert man das pralle Leben, im Norden vertreibt man mit viel Humor die Geister. Und in Galicien in Nordwestspanien tobt der Karneval mit fliegenden Ameisen und kunstvollen Fratzen: Karneval in Galicien

Stiere, Ameisen und die Sardine

Die Bewohner von Ciudad Rodrigo nahe Salamanca treiben an Karneval Stiere durch die Gassen. Besonders wild geht es in Galicien zu. In  Laza bei Ourense bewerfen sich die Bewohner mit Klumpen aus Erde und aggressiven Ameisen. Und die nahegelegenen Orte Xinxo und Verín treiben es auch nicht schlecht. Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Dann beerdigt u. a. die „Fröhliche Bruderschaft des Heiligen Begräbnisses“ in  Madrid eine Pappmaché-Sardine (entierro de la sardina).

Legendäre Banditen und Judas in Aktion

Mancherorts dreht sich alles um Riesenfiguren und Strohpuppen, die legendären Banditen oder auch schon mal Judas nachempfunden sind: So gibt es den Miel Otxín in  Lantz (Navarra) oder den Pero Palo in  Villanueva de la Vera (bei Cáceres). In den aragonesischen Pyrenäen-Bergdörfern Bielsa und San Juan de Plan gehen die Bewohner als Trangas: Das Ziegenfell-Kostüm soll die Fruchtbarkeit verkörpern. Markant dabei: die Furcht einflößenden, schwarzen Hörner-Masken.

28. Februar: Feiertag in Andalusien

Am 28. Februar feiert ganz Andalusien. Der Día de Andalucía (Tag Andalusiens) erinnert an das Referendum zur andalusischen Autonomie im Jahr 1980. Selbstverständlich mit bunt geschmückten Balkonen und Tanz in den Innenhöfen der südspanischen Region. An dem Tag ehrt das andalusische Parlament Bewohner Andalusiens für ihre besonderen Verdienste. Eine Ehrenmedaille bekamen unter anderem der Sänger Miguel Ríos und der Schauspieler Antonio Banderas.

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