Besucher beim Spanischen Filmfest Berlin, Foto Karo Krämer
Besucher beim Spanischen Filmfest Berlin, Foto Karo Krämer

Spanisches Filmfest Berlin

Im November 2014 ist das jährliche Spanische Filmfest Berlin in die dritte Runde gegangen. Vom 1. bis 9. November wurden aktuelle Filme, Regisseure und junge Schauspieler vorgestellt. Das junge Festival will die kulturelle Vielfalt Spaniens abbilden. Prominenter Unterstützer des Filmfests ist der Schauspieler Daniel Brühl, der selbst spanische Wurzeln hat. Für 2015 steht der Termin noch nicht fest.

Das neue Logo des noch jungen Filmfests ziert ein Pardelluchs. Pardelluchse, auch „Iberische Luchse“, sind eine seltene Tierart in Spanien und Portugal. Mit dem Symbol wollen die Macher des Filmfests auf die Einzigartigkeit und Originalität des Spanischen Kinos hinweisen. Seit 2012 gibt es die Veranstaltung, die das erste Mal aus einer Gruppe von zehn hauptsächlich deutschen und spanischen Filmfans organisiert wurde. Das noch jungen Festival leitet Santiago Gómez Rojas. Er ist Politologe und Regisseur.

Berlin zeigt die kulturelle Vielfalt Spaniens

Die Ziele des als Verein organisierten Filmfest-Teams (Freunde des Spanischen Films e.V.), sind ambitioniert. Als Manifest sind sie auf der Homepage des Filmfests abrufbar. Sein Ziel: Die künstlerische Vielfalt Spaniens darstellen und die Perspektiven neuer, kreativer Filmtalente fördern. Die Filme stammen vor allem aus dem laufenden oder dem Vorjahr des Festivals. Die Sektionen betonen unterschiedliche Akzente: Filmdramatik, -ästhetik und -erzählweise. Die Kategorie „alfombra roja“ (Roter Teppich) soll Filme für ein großes Publikum zeigen. Darüber hinaus gibt es aber weitere Kategorien wie zum Beispiel „Caleidoscopios“ (Kaleidoskope) und „Perspectivas“ (Perspektiven). So sind auch originelle Filme dabei, die nicht auf die Masse der Kinozuschauer zugeschnitten sind. Mit „Juniors“ gibt es 2014 auch eine Kinder- und Jugendfilmsektion. Für Interaktion soll ebenfalls Platz sein: Unter der neu eingeführten Rubrik „Talente in Aktion“ sollen Begegnungen und Diskussionen zwischen den Gästen, Künstlern und Filmschaffenden vor Ort stattfinden.

Logo Spanisches Filmfest Berlin

Das spanische Filmfest Berlin seit 2012

Beim ersten Spanischen Filmfest Berlin 2012 wurde das Festival durch den Science-Fiction-Film „Eva“ mit Daniel Brühl eröffnet. Der Schauspieler hat selbst spanische Wurzeln und ist einer der Unterstützer des Spanischen Filmfestivals. Auch der Regisseur von „Eva“, Kike Maíllo, war nach Berlin gekommen. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft sowie Menschen mit eingeschränkter Mobilität standen im Zentrum des zweiten Spanischen Filmfests. Unter anderem stellte Jonás Trueba, Sohn von Regisseur Fernando Trueba („Belle Epoque“), seinen Film „Los Ilusos” vor, und gewann damit den Publikumspreis 2013. Der Regisseur Pablo Berger war mit seinem Schwarzweiß-Film „Blancanieves“ mit von der Partie, der als offizieller spanischer Beitrag für den Oscar im Rennen war. Top-Darstellerin darin war Maribel Verdú.

Spanisch und spanische Kultur ist nicht allein auf Spanien beschränkt. Deshalb gibt es seit 2013 auch die Sektion „Con otros Acentos“ (Mit anderem Akzent), die jedes Jahr ein anderes lateinamerikanisches Gastland in den Fokus stellen wird, den Anfang machte Kolumbien. Insgesamt wurden 2013 an den sieben  Festivaltagen bei 47 Vorführungen 27 Lang- und 32 Kurzfilme gezeigt. 2700 Besucher verschiedener Nationalitäten kamen.

Publikumspreis und Kurzfilmwettbewerb

Die Langfilme des Spanischen Filmfests treten nicht gegeneinander an. Aber es gibt seit 2013 einen Kurzfilmwettbewerb, bei dem eine Jury die besten Kurzfilme auswählt. Seit 2013 gibt es außerdem einen Publikumspreis, bei dem die Zuschauer den besten Spielfilm und den besten Dokumentarfilm wählen. 2014 wird dem Publikum wieder einiges geboten. „Sieh die Sache anders! Genieß den besten spanischen Film in Berlin!“ ruft das Filmfestival auf seiner Facebook-Seite selbstbewusst auf. Dabei sein werden 2014 unter anderem die Filme  „3:Minutos" von Álvaro Torellas sowie „El Futuro" von Luis López Carrasco. In dem Dokumentarfilm „3:Minutos"  geht es um Antonio Fernández, aka El Bigotes, einen alten Boxtrainer aus Sevilla, der sich seit 30 Jahren mit Hilfe des Boxsports um junge Männer von der Straße kümmert. In dem stimmungsvollen Film „El Futuro" dagegen feiert im Jahr 1982 eine Gruppe junger Leute tanzend und trinkend in einem Haus den sozialistischen Wahlsieg. Das weitere Programm des diesjährigen Festivals wird Mitte bis Ende Oktober bekannt gegeben.

Filmwettbewerb für Berliner Spanischlehrer und ihre Schüler

In Kooperation mit dem Spanischen Fremdenverkehrsamt Berlin rufen die Veranstalter des Spanischen Filmfests Spanischlehrer aus Berliner Grundschulen, Gymnasien und Berufsschulen auf, mit ihren Schülern einen kleinen Kurzfilm zu drehen. Der Film darf zwei bis acht Minuten Länge haben und soll auf Spanisch sein. Einsendeschluss ist der 1. Oktober 2014. Genauere Infos finden sich auf der Homepage des Festivals.

Wer sowieso mal wieder nach Berlin kommen will, sollte früh planen. Denn das sympathische Spanische Filmfest in Berlin ist in jedem Fall eine Reise wert. (Sarah Brender)

Spanisches Filmfest Berlin
Filmtheater „Babylon“
Rosa-Luxemburg-Platz.

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