Geschichte Spaniens von der Höhlenmalerei bis heute

Die frühesten Funde menschlichen Lebens in Spanien sind über 30.000 Jahre alt, darunter Tiermalereien in der Höhle Cueva de Altamira bei Santander. Die jüngste spanische Geschichte wiederum ist reich an Kriegen, Kunst und zuletzt Krisen.

Spaniens Geschichte bietet auch einen Überblick über den Kontakt der Kulturen. Das Land haben Wikinger und Kelten belagert, vor allem die Mauren haben ihre Spuren hinterlassen und der Kampf zwischen Christen und Moslems führte zum Jakobsweg durch Nordspanien. Nicht zu vergessen auch die vielen Seeschlachten in der Geschichte Spaniens, gut dokumentiert im Schifffahrtsmuseum in Madrid. Viele römische Funde gibt es in Mérida mit seinem römischen Museum sowie in Lugo mit ihrer spektakulärsten römischen Stadtmauer ganz Spaniens, maurische Bauten wiederum gibt es in Córdoba und Granada. Dabei beschäftigt sich dieses Rubrik auch mit der jüngeren spanischen Geschichte, mit spanischen Widerstandskämpfern, über die sogar in ein Comic erschienen ist. Mit dem Tod des führenden Politikers der Transición nach Franco, Adolfo Suárez, mit den Einschusslöchern durch den Putsch 1981 in Madrid, der Frage nach der Zensur des spanischen Films unter Franco ... Wichtig für Historiker: Im Mai 2015 hat der spanische Senat alle Tondokumente von den Parlamentsreden in Madrid online gestellt.

Spaniens jüngste Geschichte sieht nicht rosig aus: Über 2 Millionen Spanier (6,6 %) leben nach Angaben des Spanischen Statistikamts wegen der Krise bereits im Ausland, 126.800 mehr als 2012. Der Grund: Die Arbeitslosigkeit liegt in Spanien bei über 20 Prozent, zudem ist jeder zweite jugendliche Spanier ohne Job. Inzwischen ist auch das Parlament in Madrid vor große Herausforderungen gestellt. Denn durch die inzwischen fünf Parteien ist eine Absolute Mehrheit in weite Ferne gerückt. Und die Wahlen bringen kaum noch einen Sieger hervor, siehe Zeittafel zu Spanien.

Als die Galicier emigrierten

2013 haben allein 14.746 Galicier die nordwestspanische Region verlassen. Die Region ist ein klassisches Auswandergebiet. Insgesamt zieht es die Spanier vor allem nach Argentinien. Aber auch Deutschland ist gefragt. Rund 2000 vor allem junge Spanier kommen verschiedenen Quellen zufolge pro Monat nach Deutschland, wobei die Ziffer so vage ist wie nicht jeder offiziell registriert. Spanien erlebt damit schon die zweite große Emigrationswelle. Allein zwischen 1960 und 1973 (Ölkrise) kamen 600 000 Spanier nach Deutschland. Legendär ist dazu die historische spanische Komödie "Komm nach  Deutschland, Pepe" von 1971. Doch anders als viele Türken sind die meisten als Rentner wieder zurück nach Spanien gegangen.In Galicien etwa heißen Bars und Tavernen deshalb gerne schon mal Frankfurt oder Zürich. Doch viele von ihnen machen jetzt wieder dicht. Weil der Nachwuchs wieder in Zürich und Frankfurt ist. Doch auch schon früher erlebten die Spanier düstere Zeiten. Etwa den Untergang der Armada im Ärmelkanal, den Erbfolgekrieg und Francos Diktatur. Doch ein so vielfältiges Land hat sich immer wieder aufgerafft. Das wird auch heute wieder gelingen.

 

Die Artikel zu Spaniens Geschichten in dieser Rubrik verfassen versierte Historiker, die einen Faible für Spanien haben. So hat auch unser Redaktionsleiter Tobias Büscher einen Magister in Geschichte und über ein Jahr lang an der größten Universität in Madrid studiert. Seit 2017 ist er Kolumnist der spanischen Zeitschrift Grada

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zm