Musiker Miguel Bosé im Porträt
Miguel Bosé © javier salas

Miguel Bosé im Porträt

In Spanien ist er ein Star. Auch in Italien und Lateinamerika jubeln die Massen dem Sänger zu. Doch bei uns kennt ihn kaum jemand: Miguel Bosé.

 

von Rita Hower


War es in Spanien am Strand, in der Tapas-Bar oder in der Disco? Irgendwann in den 80ern bin ich auf den romantischen Ibero-Pop von Miguel Bosé aufmerksam geworden. Zurück in Deutschland besorgte ich mir sofort „Salamandra“, sein bis dahin zehntes Album. Danach das mit dem Namen „xxx“. Aber irgendwie scheint das spanische Urlaubsgefühl im deutschen Alltag abhanden gekommen zu sein. Jahrzehnte später stoße ich erneut auf Miguel Bosé, wiederum zufällig. Allein der Klang seines Namens weckt süße Erinnerungen. Dieses Mal will ich mehr wissen über den Mann mit der unerhört sexy-sinnlichen Stimme.

Der Matador und Miss Italien

Ich erfahre, dass der Sänger und Schauspieler am 3. April 1956 zur Welt kommt. In Panama, wo sein Vater als Stierkämpfer begeistert. Seine Mutter ist Italienerin. 1947 macht sie als erste Miss Italien Furore und ihrer heißesten Mitstreiterin, Gina Lollobrigida, den Titel streitig. Der Torero Luis Miguel González Lucas (Künstlername Luis Miguel Dominguín), und Lucia Bosé (Mädchenname: Borlani) geben ihrem Erstgeborenen den Namen Miguel Luchino González Borlani.


Zu Hause mit Picasso

Die Eltern sind ein schillerndes Paar, das die Klatschspalten füllt: Er, der beliebte Matador und Lebemann, dessen Vater schon als Stierkämpfer zu Ehren gelangt. Sie, die ehemalige Schönheitskönigin, die sich zur ernsthaften Charakter-Schauspielerin mausert und für Cocteau, Fellini oder Buñuel vor der Kamera steht. Pablo Picasso ist ein enger Freund der Familie, Sophia Loren ein gern gesehener Gast, Ernest Hemingway verewigt das Familienoberhaupt sogar in seinem Roman „Gefährlicher Sommer“. In den späten 60er Jahren lassen sich die Eltern scheiden. Man sagt dem attraktiven Torero zahlreiche Affären nach, etwa mit Film-Stars wie Ava Gardner, Lauren Bacall oder Rita Hayworth.

Nebenrolle in "Tod in Venedig"

Miguel Bosés Taufpate und Regisseur Luchino Visconti besorgt dem Jungen 1971 seine erste Filmrolle. Gerade mal 15 Jahre alt, debütiert Miguelin in einer Nebenrolle in „Tod in Venedig“. Der schmale Blonde geht nach Madrid, London und nach Paris, um Tanz und Theater zu studieren. Zurück in Spanien, zieht es den vielseitigen Künstler auf die Musik-Bühne. 1975 veröffentlicht er sein erstes Album. Es heißt „Soy“, das bedeutet „ich bin“.

Soziale Gesten

20 Alben, 13 Millionen Tonträger und 34 Filme später. Nahezu vier Jahrzehnte dauert die Karriere des heute 55-Jährigen mit dem Dreitagebart an. Seine Musik ist nicht mehr nur romantisch, sondern lässt auch kritische Töne anklingen. Schließlich engagiert sich Miguel Bosé auch politisch. So unterstützt er unter anderem Umweltprojekte in Italien, den Kampf gegen Aids oder Landminen, führt Gespräche mit Guerillas in Lateinamerika.

Der stille Star und die Leihmutter

Und das Privatleben? „Ich bin an Ruhm oder an der Öffentlichkeit nicht interessiert“, zitiert ihn La Vanguardia. „Ich genieße die Stille und gutes Essen. Ich liebe es, den Garten zu pflegen, zu schlafen, und ein gutes Gespräch.“ Auf die Frage nach seiner Familie antwortet Bosé: „Natürlich habe ich eine Familie, aber nicht im herkömmlichen Sinne …“ Heute weiß man, was das attraktive Multitalent mit den vier Pässen damit wohl gemeint hat. Dieser Tage wird nämlich bekannt, dass Miguel Bosé Vater von Zwillingen geworden ist. Die Jungen kommen am 26. März 2011 in den USA zur Welt– von einer Leihmutter ausgetragen. Womit klar sein dürfte, warum ich nichts über die Frauen an seiner Seite erfahren habe ...

 

 

Weiterführende Links

 

Porträt von Montserrat Caballé: mehr

Porträt von David Bisbal: mehr

Portät von Julio Iglesias: mehr

und seinem Sohn Enrique: mehr

 

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