Salsa und noch viel mehr ...

Sergent Garcia im Porträt

Sergent Garcia alias Sargento Garcia ist eine Kultband mit einem Stilmix aus Salsa, Reggae und Rock. Und Bandleader Bruno der Sohn eines Basken.

 

von Lasse Rutz

 

Wenn Sergent Garcia auf der Bühne stehen, dann brodelt die Luft. „Salsamuffin“ nennt sich der heiße Stilmix aus Salsa, Reggae, Afrobeats und Rock, vorgetragen mal auf Spanisch, dann wieder auf Französisch oder Englisch. Die Band tritt international auf und hat Fans von Caracas bis Berlin.

 

Afro-Sound und viel Soul

Gründer und Bandleader ist der 1964 in einem kleinen französischen Bergdorf geborene Bruno García alias Sergent Garcia.  Der Sohn eines Basken und einer Französin verbrachte seine ersten fünf Jahre in Bilbao. Anschließend ging es nach Paris. „Meine Familie ist sehr multikulturell, mein Onkel zum Beispiel kommt aus der Elfenbeinküste; wir hatten oft Besuch von Freunden aus Afrika und dem Rest der Welt. Dementsprechend bunt gemischt war auch die Musik bei uns zuhause: vorwiegend afrikanische Sounds, aber auch viel US-Soul, Latin und karibische Sachen. Meine Eltern hatten eine umfangreiche und sehr abwechslungsreiche Plattensammlung.“

 

Erste Gitarren-Solos

Mit 14 entdeckte Bruno seine Liebe zur Musik auf der Gitarre eines Freundes. „Bob Marley, Joe Strummer und Bob Dylan, ich habe damals mit all meinen Lieblingsmusikern gespielt und die Platten mit der Gitarre begleitet.“  Später entdeckte er Punkrock und hörte Bands wie “The Clash”, “The Stranglers” und “The Ramones”. Auch dieser leicht dreckige Einfluss ist noch immer in den Stücken von Sergent Garcia zu hören.

Wilde Zeit in Barcelona

Mit 18 ging Garcia für eineinhalb Jahre nach Barcelona und fand ein Land im Aufbruch, voller Freiheit, kurz nach dem Ende der Diktatur. „Es war nicht das Europa, das wir heute kennen. Die Menschen hatten ein unbändiges Bedürfnis nach Musik, Kunst, Sex und Drogen. Es war eine verrückte Zeit damals.“ Zurück in Paris gründete er 1984 seine erste Band „Ludwig von 88“. Eine noch immer ziemlich Punkrock-orientierte Combo. In kurzer Zeit wurde die Band zu einer Nummer in der französischen alternativen Musikszene, hatte aber wenig kommerziellen Erfolg. Bis 2001 veröffentlichte „Ludwig von 88“ acht Alben.

„Zorro ist ein Spießer“

Als sich in Frankreich Anfang der 90er Stile wie Hip Hop, Reggae, Latin und arabische Elemente vermischten und neue Hybriden bildeten, stand Bruno regelmäßig an den Decks eines Pariser Reggae Soundsystems. Als Reggae-DJ nannte er sich zum ersten Mal „Sergent Garcia“ nach dem dicken und ständig betrunkenen Gegenpart von Zorro aus der alten gleichnamigen TV-Serie, dem Antihelden. Bruno sagte dazu: „Wenn irgendjemand Zorro spielen möchte, gerne. Ich bin Sergent Garcia, der wahre Held des Volkes! Zorro hingegen ist ein spießiger, aristokratischer Gutsherr.“

Kuba und der Sinn des Lebens

Als Sergent Garcia 1998 zum ersten Mal Kuba besuchte, fand er dort genau das, was er sein Leben lang gesucht hatte: einen Schmelztiegel  verschiedenster Nationalitäten und Stile. Seither war er auf vielen Tourneen in Lateinamerika und hat dort neben kubanischem „Cumbia“ auch „Bomba“ und „Plena“  aus Costa Rica in sich aufgesogen.

Salsamania und Viva El Sargento

Die erste Veröffentlichung von Sergent Garcia war 1996 die Single „Salsamania“. 1997 folgte das erste Studio-Album „Viva El Sargento“. Nach dem ersten Erfolg des Albums war es notwendig, eine richtige Band zu gründen, um die Stücke auch live zu transportieren. Bruno suchte sich die sechs besten lokalen Musiker zusammen und nannte seine neue Backing-Band „Los Locos del Barrio“ (die Verrückten des Viertels). Sie probten einen Monat lang fieberhaft, um anschließend eine unglaubliche Show abzuliefern. Schon nach wenigen Auftritten hatte sich die Qualität der Band herumgesprochen, und Virgin/EMI France nahm sie direkt unter Vertrag. Es folgten die Alben:


•    Un Poquito Quema'o (1999)
•    Sin Fronteras (2001)
•    La Semilla Escondida (2003)
•    Best of Sergent Garcia (2005)
•    Mascaras (2006)


Das Album „Una y Otra Vez”, Sergent Garcias sechstes und bis dato letztes Album, erschien 2011. Für dieses spezielle Projekt ging Bruno mit dem US-Independent-Label Cubancha einen Vertrag ein. Der Gründer von Cubancha und Moderator der Musiksendung „Music Voyager“, Jacob Edgar, schwärmt: „Ich muss mich noch immer kneifen, um sicher zu sein, dass ich nicht träume. Sergent Garcia ist einer meiner absoluten Lieblingskünstler. Das Album “Una y Otra Vez” ist das beste, was Bruno je produziert hat.“  

Aktuelle Bandmitglieder


Derzeit besteht die Gruppe neben Bruno Garcia aus folgenden Musikern: Pedrito Lucas (Piano), François Colpin, Ivan Darroman Montoya, Don Toto Ostro (Percussions), Julien Charlet (Schlagzeug), Duniesky Conyedo Gutierrez (Gesang), David Aubaile (Flöte), Michel Feugère, Fabrice Martinez, Gilles Garin, Julien Chirol, Simon Andrieux (Blasinstrumente) und Vince Jogerst (Moog).


 

Meinung des Autors

Ich freue mich schon auf das nächste Konzert von Sergent Garcia. Ich kann euch, liebe Leser, nur empfehlen: Wenn ihr mal so richtig abfeiern wollt, dann besucht ein Konzert von Sergent Garcia.



Der Autor


Lasse Rutz ist angehender Online-Redakteur und ein großer Musikfan. Nach Lehramtsstudium und einer Ausbildung zum Mediengestalter hat er einige Jahre in der Kölner Musik- und Nachtszene als Barkeeper und DJ gearbeitet.

 

 

Weiterführende Links:

 

Homepage von Sergent Garcia

 

Lasse Rutz über Manu Chao