Salamanca, Kastilien, Spanien
Historische Fassaden in Salamanca. Foto: Dagmar Helmig

Sprachkurs in Salamanca

„Nächstes Jahr komm ich wieder“. Die Hamburger Buchhändlerin Ulrike hat in der „Goldenen Stadt“ Kastiliens eine Sprachschule besucht. Und schwärmt ...



Von Dagmar Helmig


Hamburg, 8 Uhr. Das Taxi steht vor der Tür. Ulrike kommt mit ihrem Gepäck herunter und steigt gut gelaunt, aber auch ein bisschen nervös in den Wagen. Auf geht es zum Flughafen und nach Spanien, zur Sprachschule Don Quijote. In nur zwei Stunden ist sie in Madrid, von dort bringt sie der Shuttle-Bus zusammen mit zwei anderen Sprachschülern nach Salamanca in der Region Kastilien-León.

Paella bei Gastmutter Lourdes

Es ist ein Sonntag im September. Zuerst bezieht Ulrike ihr Zimmer, das ihr die Spanierin Lourdes vermietet. Zwei Wochen mit Halbpension kosten gerade mal 338 Euro. Dafür gibt es Familienanschluss und kastilische Hausmannskost. "Lourdes hat hervorragend gekocht, Lamm, Seehecht und auch schon mal Paella. Außerdem ist es toll, das Gelernte gleich in der Gastfamilie zu testen", schwärmt die Hamburgerin über ihren Aufenthalt.

Buchhändlerin Ulrike mit Teilnehmern der Schule Don Quijote in Salamanca
Ulrike (Mitte) mit ihrer Klasse in Salamanca

Maximal acht Mitschüler

Gebucht hat sie über „ESL Sprachreisen“ – aber das geht natürlich auch auf eigene Faust. Der Standardkurs kostet für zwei Wochen rund 380 Euro plus 65 Euro Einschreibegebühr, inklusive Lehrmaterial und Kulturkurs – jeden Abend gibt es zusätzlich eine Stunde zu Land & Leute, Kunst und vielem mehr.


Am nächsten Tag – nach der ersten Nacht bei Lourdes – geht es zum mündlichen und schriftlichen Einstufungstest. Während er ausgewertet wird, bekommen die Neulinge eine Stadtführung durch Salamanca. Um 11.15 geht es weiter – die Schüler werden in ihre Gruppen ein- und ihren Räumen zugeteilt. „Das schöne ist, dass die Kurse maximal acht Teilnehmer haben", erzählt Ulrike. „Da sind alle Altersgruppen und Nationalitäten vertreten und man kommt schnell ins Gespräch." Was ihr besonders gut gefallen hat? „Die Lehrer waren alle toll und kompetent, der Unterricht sehr abwechslungsreich". Die 43jährige muss es wissen, denn dieser Sprachunterricht war nicht der erste, den sie besucht hat.


Historisches Flair, prachtvolle Plaza

Die Schule befindet sich im historischen Stadtzentrum, 100 Meter von der Uni Salamancas entfernt. Die Klassen sind in einem sorgfältig restaurierten Kloster aus dem 16. Jh. untergebracht und die nahe barocke Plaza Mayor ist eine der schönsten des ganzen Landes. Salamanca ist für Spanischkurse ideal, denn die Einwohner sprechen das reinste Spanisch. Zudem ist die Kleinstadt ein architektonisches Kleinod, gehört seit 1988 zum Weltkulturerbe und trägt wegen der gold schimmernden Fassaden den Beinamen „La Dorada“.



Frosch auf Totenschädel



Salamancas Universität hat an ihrer Fassade ein berühmtes Maskottchen: einen winzigen Frosch auf einem Totenschädel. Wer ihn entdeckt, heißt es, besteht jede Uniklausur ... „Die Stadt ist lebendig und jugendlich, aber überschaubar, eine schöne Studentenstadt eben“, sagt Ulrike. Und alt ist sie auch. Die Uni hatte bereits im 16. Jh. rund 8000 Studenten und galt als eine der wichtigsten Bildungsstätten Europas.

 

 

Spanferkel gab es bei Lourdes nicht

 

„Das einzige, was ein bisschen fehlt, ist Grün“, ergänzt die Sprachschülerin. „Wer Bäume sehen will, geht in den Parque Calixto y Malibea, ein kleiner, schöner Park in Salamanca.“ Hier kann man abschalten und dem Rauschen des Flusses Tormes lauschen. „Nächstes Jahr komm ich auf jeden Fall wieder.“

 



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