Castrillo-Schild vor einem Dorf in Kastilien
Castrillo-Dorf in Zentralspanien, tb

Spaniens Dorfnamen: Was heißt Castrillo?

Die Bewohner des spanischen Orts Castrillo Matajudíos wohnen jetzt in Castrillo Mota de Judíos. Das internationale Echo ist riesig. Aber was heißt eigentlich Castrillo?

Im Oktober 2015 haben die Bewohner von Castrillo Matajudíos das Dorfschild ausgetauscht. Jahrzehntelang war die Debatte groß, wie ein Kaff in Kastilien nur Judentöter heißen kann. Dann kam der Beschluss, und nun lautet der Name Judenhügel. Alle berichteten davon, immer wieder mit Verweis auf einen Ort südlich von Paris namens La Mort aux Juifs. Das Wort Castrillo ging dabei natürlich unter. Dabei heißen vor allem im zentralspanischen Kastilien sehr viele Orte so.

Castrillo de Polvazares, Castrillo de la Vega ...

Die Auflösung: Castrillo bedeutet befestigte Anlage. Rein sprachlich erinnert der Begriff sowohl an Castillo (Burg) als auch Castro (Keltendorf). Neben Castrillo Mota de Judíos ist vor allem Castrillo de los Polvazares am Jakobsweg bekannt. Und dann hätten wir noch Castrillo Solarana, Castrillo de Cabrera, Castrillo de la Vega und so weiter und so fort.

Im Mittelalter bot ihnen eine stabile Kirche mit dicken Mauern Schutz, mancherorts auch ein Schutzwall. Doch inzwischen sind die meisten so gut wie ausgestorben und alles andere als im Fokus der Medien. Es sei denn, der Ortsname ist einfach zu peinlich, um Bestand zu haben ... Oder die Kirche ist wie in Castrillo de Polvazares so marode, dass die Bauarbeiten 60.000 Euro kosten. (tb)

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