Politik in Spanien
Viel hat sich seit Francos Tod 1975 in der spanischen Politik verändert: demokratischer Umbruch, regionale Aufstände, Wirtschaftswachstum und eine Erholung von der Wirtschaftskrise. Der jetzige sozialistische Regierungschef muss sich gegen eine starke Opposition behaupten, zu der längst auch rechtsnationale Politiker zählen.
Regierungschef ist heute der Sozialist Pedro Sánchez (PSOE), der mit seiner Minderheitsregierung wenig Spielraum hat nach der knappen Wiederwahl im Jahr 2024.
Sánchez hat es 2025 verstanden, den Konflikt mit den katalanischen Separatisten etwas zu entschärfen. Kritik dagegen kommt von Umweltschützern, weil die Regierung ihrer Meinung nach nicht genug gegen die verheerenden Waldbrände im Spätsommer 2025 getan habe.
Gut wiederum läuft auch 2026 die Energiepolitik. Und außenpolitisch punktet die Regierung mit den Wirtschaftsbeziehungen zu Mercosur in Lateinamerika. Spanien ist bereits seit 40 Jahren in der EU. Und der Regierungschef macht schon mal darauf aufmerksam, dass die USA mit ihrem Einmarschin in Venezuela mal das Völkerrecht lesen sollten.
Energiepolitisches Schwergewicht
Erneuerbare Energien haben Spanien innerhalb weniger Jahre zur Öko-Supermacht Europas gemacht. In der Wind- und Solarenergie geht es zügiger voran als in anderen EU-Ländern: Zur Analyse
Erste Maßnahmen der PSOE
Seit 2018 regiert Pedro Sánchez bereits, nahm Flüchtlinge an der Mittelmeerküste auf und sorgte 2019 maßgeblich dafür, dass das Grab von Franco in der Gedenkstätte Valle Caidos aufgelöst wurde. Der einstige Diktator liegt nun auf einem kleinen Familienfriedhof bei Madrid.
Pedro Sánchez Aufgabe wird schwer sein in nächster Zeit. Denn seine Partei PSOE und UP haben keine Mehrheit im Parlament. Vor allem muss die Arbeitswelt für die vielen Auswanderer wieder attraktiv werden, die unter anderem nach Deutschland gezogen sind.
In unserer Rubrik Spaniens Politik informieren wir Sie über das Neueste aus Politik und Gesellschaft.
Neue Partei namens Handeln registriert
Vor ein paar Jahren kam es zu einem kuriosen Vorfall in der spanischen politischen Landschaft. Der Linkenchef Gaspar Llamazares aus Asturien und der berühmte Anwalt Baltasar Garzón (einst Untersuchungsrichter in Madrid) haben eine neue linke Partei registrieren lassen: Actúa. Wörtlich heißt das Handeln.
Doch mit dem Handeln ist das so eine Sache, die letzte Nachricht von El País zu der politischen Gruppierung stammt aus dem Jahr 2019.
So sagten die Herren den Medien: Nein, für die nächste Wahl stellen wir hier keine neue Partei auf. "Handeln" liegt also buchstäblich in Spanien in der Schublade.
Stattdessen hat es eine andere kuriose Partei tatsächlich ins Madrider Parlament geschafft. Name: Teruel Existe (Teruel existiert). Ihren Chef Tomás Guitarte hat unser Reporter Tobias beim Fest Die Liebenden von Teruel getroffen.
Der Name erinnert etwas an Bielefeld und hat den Hintergrund, dass die kleine Stadt lange weitgehend vom öffentlichen Verkehr ausgeschlossen war.
Zentralismus und Regionalismus in Spanien
Politisches Zentrum ist Madrid, die Hauptstadt Spaniens. Doch mitbestimmt wird die spanischen Politik auch durch die Regierungen der 17 sogenannten Autonomen Regionen. Vor allem Katalanen, Basken und Galicier haben eigene Sonderrechte, etwa in der Schulpolitik.
Besonders heikel ist die innenpolitische Lage in den letzten Jahren durch die Katalanen rund um Barcelona geworden. Die Abspaltungsversuche hat die Regierung in Madrid immer als verfassungsfeindlich eingestuft.
Am 1. Oktober 2017 kam es sogar in Katalonien zu einem der Verfassung nach illegalem Referendum. Kataloniens Regierungschef legte sich mit Madrid an, indem er einen katalanischen Staat ausrief.
Bereits im Vorfeld waren viele Banken und Händler aus Katalonien abgezogen, weil eine Selbständigkeit Kataloniens für sie rechtliches Wirrwarr bedeuten würde. Und der Ex-Chef Puigdemont ist vorübergehend von deutschen Beamten aufgegriffen worden.
Andererseits ist es im Baskenland wesentlich ruhiger geworden, seit die ETA die Waffen niedergelegt hat. Viele der einstigen Aktivisten sind inzwischen ja auch im Rentenalter, wie die Süddeutsche vor kurzem treffend bemerkte.
Und in Galicien ist der Regionalismus am wenigsten spürbar. Abgesehen von der Sprachpolitik. Denn Galicisch ist vor allem den Städten viel stärker verbreitet als noch vor zehn Jahren.
Spaniens Regierung und Corona
Spaniens Coronapolitik der Regierung hatte sich spätestens im Winter 2021 als besonders effektiv herausgestellt. Beim Impfen war das Land im Vergleich zu Deutschland schon viel weiter.
Zwar litten die Spanier zu Beginn der Pandemie schwe unter dem unterfinanzierten Gesundheitssystem, doch inzwischen steht das Land gut da. Vor allem gab es kaum Impfgegner im Land.
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