Dann fliegt halt nach Malle

Keine Quarantäne, keine Tests mehr. Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Mallorca aufgehoben. Tui und die Teutonen jubeln, der Leichtsinn und die Lufthansa auch. Doch nicht nur den Spaniern kommt das spanisch vor.

Ein Kommentar von Tobias Büscher

Ich sehe schon die Bilder von Televisión Española: Deutsche am Arenal, Sangría-Sause und Sonnenbad. Die Zuschauer in Barcelona, Teruel und Zaragoza werden sich die Haare raufen.

Warum? Weil sie selber nicht an Ostern nach Mallorca dürfen. Sie dürfen noch nicht einmal in ihre Nachbarregion reisen. Und schon gar nicht nach Deutschland.

Dass die Regierung die Reisewarnung für Malle zurückzieht ist so irre als würde Pedro Sánchez in Madrid dasselbe für Rügen anordnen.

Besorgt euch Ganzkörperkutten

Der Unmut über die Öffnung auf Mallorca ist groß. Auch bei deutschen Gastronomen, die niemandem einen Rotwein servieren dürfen, während die Tavernen am Ballermann die Außenterrassen öffnen.

Die Regierung hätte gut daran getan, mit viel Tamtam die Reisewarnungen für die Extremadura, den Aragón oder die Provinz Soria aufzuheben. Dort kommt es weder zu Saufgelagen noch zu Menschenaufläufen.

Und dann hätten wir im Mai auch kein zweites Ischgl. Mallorca droht das zu werden. Und macht dann natürlich alles wieder dicht. Bis zu den Schulferien im Sommer.

Ach noch etwas, liebe Mallorca-Reisende. Die Osterprozessionen in Palma de Mallorca sind vorsichtshalber abgesagt. Ihr könnt euch also deren weiße Kutten für den Strand ausleihen. Als Schutzkleidung.

Guten Flug.