Museum des Nobelpreisträgers Camilo José Cela

In der Kleinstadt Padrón südlich von Santiago de Compostela liegt das Museum eines der besten Autoren der Literaturgeschichte Spaniens: Die Fundación Camilo José Cela zeigt preisgekrönte Manuskripte des Nobelpreisträgers im Original, Lob und Verrisse von Kritikern in den Zeitungen, Postkarten von Stars wie Alberti und García Márquez, ein Miró-Gemälde, Lederhandschuhe und Füllfederhalter. Und ein sagenhaftes Fotoarchiv mit über 9000 Bildern.

Das Museum zeigt Leben und Werk des Camilo José Cela (1916-2002). Und es steht sogar eine Eisenbahn im Außenbereich: vom Typ SAR aus dem Jahr 1880. Denn Celas Vorfahren verdienten ihr Geld nicht mit Buchstaben, sondern mit Gleisen. Zu sehen gibt es also einiges, doch deutschsprachige Besucher müssen wissen: Die Infos hier sind auf Spanisch und Galicisch verfasst (wie auch auf der Homepage des Museums). Für Literaturfans ist die Fundación dennoch spannend. Sein Arbeitstisch ist genauso erhalten wie die große Briefsammlung und ein Archiv mit so ziemlich aller Literatur von und über Cela als Fundgrube für Literaturstudenten.

Mazurka für zwei Tote, Bienenkorb als Bestseller

Camilo José Cela  ist in Padrón zur Welt gekommen, ein Ort, den Spanier vor allem wegen der Pfefferschoten Pimientos kennen. Er hat früh mit dem Schreiben begonnen, bereits mit 26 Jahren veröffentlichte er den Roman Die Familie des Pascual Duarte. Dafür bekam er umso später den Literaturnobelpreis, nämlich erst im Jahr 1989. Politisch war er stockkonservativ, darüber hinaus ein Erotomane vor dem Herrn. Doch selbst seine größten Gegner müssen anerkennen: Der Mann konnte Schreiben. Titel wie Der Bienenkorb und Mazurka für zwei Tote haben Literaturgeschichte geschrieben. Vor allem aber La Colmena (Der Bienenkorb). Der Roman erschien 1955 und beschreibt das Madrid nach dem Spanischen Bürgerkrieg. Einige halten das Buch für das beste spanische Werk seit Cervantes Don Quijote. Cela arbeitete viel in seinem Wohnsitz Casas de los Cánonigos, wo einst ein Domherr (Canónigo) lebte. Celas realistische Geschichten waren den Zensoren Francos oft zu erotisch, weshalb er seine Werke auch im Ausland veröffentlichte. Auch La Colmena gehört dazu. Das Buch erschien zunächst in Buenos Aires.

Die Mütze des Bahnschaffners

Im Laden des Museums gibt es natürlich keine so große Auswahl wie in den riesigen Museen Thyssen oder Dalí. Neben Linealen für 1 € und Regenschirmen mit Celas Aufschrift für 8 € liegen hier dafür auch Mützen vom Bahnpersonal aus, die der Autor selbst gerne trug. Den Grund beschreibt das Buch links zu Galicien so: Celas Großvater war Chef der Eisenbahngesellschaft West Galicia. Der ließ in Nordwestspanien die erste Bahnlinie erbauen: von Santiago de Compostela nach Villagarcía de Arousa (42 km). Der erste Zug fuhr am 15. September 1873 um 11.45 Uhr los. Und hielt unter anderem auch hier in Padrón am Bahnhof.

Wandern auf Celas Spuren

Die Cela-Stiftung bietet den Besuchern drei Spazierwege names Rutas Literarias an. Der erste (800 Meter) führt durch das Städtchen Padrón. Der zweite Weg (4 km) nimmt auch umliegende Bahnstrecken mit auf, wo Cela spielte. Und die dritte Ruta von 15 km ist schon eher eine Wanderroute. Auch bei diesen Ausflügen sollten Sie Spanisch können, mit Glück spricht ein Begleiter aber auch Englisch. Celas Mutter hatte schließlich auch britische Wurzeln. Während der Papa ein waschechter Galicier war, stammte sie aus einer britisch-italienischen Ehe.

Besuch des Cela-Museums

Adresse: Fundación Cela, Santa María 22, Padrón.

Zur Webseite

Geöffnet: Di-Sa 10-14, 16-19, Hochsommer bis 20 Uhr

Eintrittspreis: 4 €, Rentner und Studenten 2 €, unter 11 J. gratis

Anfahrt: Padrón liegt 27 km südlich von Santiago, erreichbar über die kostenpflichtige Autobahn A 9 oder über die Nationalstraße N 550. (tb)Weiterführende Links

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