Kirche San Pedro in Castrillo Solarana
Castrillo Solarana in der Provinz Kastilien-León, tb

Castrillo Solarana: Dorf im Niemandsland von Kastilien

Castrillo was? Noch nie gehört? Kein Wunder, denn das Dorf liegt versteckt in Kastilien und ist fast ausgestorben. Allenfalls Spanier kommen hierher, die wissen: Der Mopedclub organisiert einmal im Jahr eine Party und die Kirche San Pedro steht unter Denkmalschutz.

von Tobias Büscher

Schafherden, Äcker, rote Erde. Südlich der Stadt Burgos Richtung Madrid ist das kastilische Gebiet fast entvölkert. Und Castrillo Solarana gehört auch schon fast zu den pueblos abandonados, den verlassenen Dörfern. Die derzeit 41 Anwohner bekommen allerdings schon mal Besuch von spanischen Reisenden. Die nämlich steigen ganz gerne im escorialartigen, quadratischen Parador von Lerma ab (9,1 km entfernt), fahren am nächsten Tag nach Covarrubias zum Holzschwerter kaufen hinter der mittelalterlichen Mauer, dann weiter zu den singenden Mönchen von Santo Domingo de Silos und dann zurück nach Lerma. Und genau dort auf dem Rückweg nach Lerma steht weit sichtbar zwischen den Weizenfeldern die Kirche San Pedro mit ihrem mittelalterlichen Turm.

Schutzheilige Mercedes und die Freaks vom Motoclub

Schutzheilige des Orts sind San Pedro und Mercedes. Und Highlights die Party des örtlichen Mopedclubs und die Fiesta de Mercedes im vom 19. bis zum 21. September. Der Motoclub zeigt auf seiner Webseite schon mal, wie die Garagen-Band so Heroes del Silencio nachrocken. Und Bürgermeisterin Maria de Lara Ramón den Gästen, warum ihre Kirche San Pedro so denkmalgeschützt ist. Der kleine, dreischiffige Bau vereint Romanik mit Frühgotik, erzählt sie dann. Und meint auf die Frage, ob schon mal ein Deutscher hier gewesen ist: Sí, Señor, Du selbst.

Falls doch mal jemand hierher kommt: Die örtlichen Bodegas Arlese und Monte Aman machen ganz guten Rotwein, im Dorf gibt es eine Boule-Bahn. Und in der ehemaligen Dorfschule ist ein kleines Museum untergebracht. Mit Holztischen, Lehrerpult, alter Spanienkarte, Schulbüchern aus den 50ern und einem Dreirad ...

Und wer hier sogar übernachten will: das örtliche Landhaus heißt La Oveja Negra, das schwarze Schaf.



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