Vulkangebiet La Garrotxa in Katalonien

Das 120 km² große Vulkangebiet im Norden Spaniens hat das katalanische Parlament schon 1985 als Parc Natural de la Zona Volcánica de la Garrotxa unter Schutz gestellt.

 

von Tobias BüscherSeitdem das Garrotxa-Gebiet unter Schutz steht, haben Bauherren keine Chance mehr. Es wird auch keine Vulkanschlacke mehr gefördert und kein Basaltstein mehr abgebaut, was die mehr als 30 Vulkankegel, mehrere nicht aktive Explosionskrater und rund 20 Basaltfelder zuvor sehr beschädigte. 

 

Letzter Vulkanausbruch von 11.500 Jahren

Heute ist das Gebiet zwar für viele noch sehr unbekannt, doch auf jeden Fall einen Besuch wert. Und keine Sorge: Der große Vulkankegel Croscat brach zuletzt vor 11.500 Jahren aus. Erste Ausbrüche gab es schon vor 350.000 Jahren. Die Vulkane gelten als ruhend und nicht als erloschen, dennoch muss niemand vor einem Ausbruch Angst haben.

Wandern im Gebiet Garrotxa

Heute ist La Garrotxa ein beliebtes Wander- und Freizeitgebiet, auch wenn es dort nicht selten zu Wolkenbrüchen kommt. Regen, Lava und Asche förderten in dem Gebiet das Wachstum. Viele Krater sind von Wäldern und Feldern überwachsen und als solche nicht zu erkennen.

Kapelle im Krater Santa Margarida

Besonders gut sichtbar ist der 60 m tiefe Krater Volcà de Santa Margarida mit einem Durchmesser von 350 m, in dessen Mitte eine kleine Kapelle steht. Sie ist nicht das einzige Bauwerk in den Kratern. Seit Jahrhunderten hat man in den Kesseln und an den Rändern Häuser und Kapellen gebaut. Das feuchte, artenreiche Vulkanland ist sehr fruchtbar: Stein- und andere Eichenarten, Buchen und Pinien und Kastanien wachsen so üppig, dass Wälder fast drei Viertel des Parks bedecken. 

Paradies für Falken und Sumpfmeisen

Zur Tierwelt gehören Fischotter, einige wenige Wildschweine, Bergkatzen, Dachse und Steinmarder. 1500 Pflanzenarten wurden gezählt und fast 150 Vogelarten, darunter Habicht, Schlangenadler, Wanderfalke, Buntspecht, Schwarzspecht, Wendehals, Kleiber und Sumpfmeise. Im Frühling sieht man seltene Schmetterlinge. Auch einige Reptilien gibt es, darunter mehrere Natternarten, wie die Vipernatter.

Santa Pau und sein Kastell

An der GE 524 liegt 9 km von Olot entfernt der mittelalterliche Ort Santa Pau mitten im Vulkangebiet. Majestätisch thront er auf einem kleinen Hügel. Mit dem Kastell aus dem 14. Jh., einer gotischen Pfarrkirche, den schmalen Gassen und der Stadtmauer bildet Santa Pau eine attraktive Einheit. Das Zentrum, das man nicht mit dem Auto befahren darf, steht unter Denkmalschutz. An der unebenen Plaça Major unter den Arkaden kann man in Ruhe einen café con leche (Milchcafé) oder eine caña (Glas Bier) trinken, zumal der Ort bei weitem nicht so gut besucht ist wie das Besalú.

Castellfolit de la Roca

Wesentlich bekannter ist das Städtchen Castellfollit de la Roca (1000 Ew.) im nördlichen Bereich des Vulkangebiets. Die Häuser der Altstadt sind bis an den Rand einer senkrecht abfallenden, 60 m tiefen Basaltkante gebaut, was man besonders gut von der Hauptstraße aus sehen kann. Über viele tausend Jahre hat sich der Riu Fluvià in den Basalt eingegraben und so das faszinierende Schichtenplateau geschaffen. In dem Ort gibt es auch das Wurstwarenmuseum Museu de l’Embotit, Ctra. de Girona 10, das eine Fleischerfamilie namens Salas zum 150-jährigen Bestehen ihrer Metzgerei gleich daneben eröffnete (Mo–Fr 9.30–13.30 und 16–20 Uhr). Zu sehen sind alte, leicht angestaubte Maschinen, Werkzeuge und Fotos.

Infoamt für das Gebiet Garrotxa

Oficina de Turismo: Plaça Major s/n, Santa Pau, Tel. 972 68 03 49.

Unterkunft

Cal Sastre: Cases Nous 1, Tel. 972 68 00 49, calsastre.com. Kleines Hotel mit zehn ausgezeichnet möblierten Zimmern und einem dazugehörigen, etwas teurem Restaurant. Ab ca. 115 €.

 

Can Menció: Plaça Major 17, Santa Pau, Tel. 972 68 00 14. Sieben geschmackvolle Zimmer mit Terrasse in einem Haus aus dem 16. Jh., über einem kleinen Laden mit regionalen Produkten wie dem berühmten Ziegenkäse. 40 €.Camping Sadernes: hinter Montagut Richtung Sant Aniol, nordöstl. nahe Castellfollit de la Roca, Tel. 972 74 00 28.0WandertippEs gibt einige ausgeschilderte Wege und Hinweisschilder an den Parkplätzen entlang der GE 524 von Olot über Santa Pau Richtung Banyoles. Das Infoamt in Olot verfügt über gute Tipps und Karten zum Wandern in den Vulkangebieten.Reiten: Hípica Les Forques: am Parkplatz an der GE 524, wo es südlich zum Vulcà Santa Margarida geht, biegt in nördlicher Richtung eine Stichstraße zu dem Reitstall ab (Anmeldung beim Campingplatz, Tel. 972 68 03 58). Verschiedene Ausritte, ganz besonders für Familien geeignet.

 

Weiterführende Links

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