Jaén: Kulturelle Schönheit im Norden Andalusiens

Die Region Andalusien ist für die meisten Spanien-Reisenden ein Begriff. Bekannt ist sie für ihre abwechslungsreiche Naturlandschaft: Man findet hier weite Sandstrände genauso wie die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada.

Auch die Städte Sevilla, Málaga, Almería und Granada ziehen viele Besucher an, und machen Andalusien zu einer beliebten Reiseregion. Das wunderschöne Stadtjuwel Jaén im Norden ist jedoch wenigen bekannt.

Besonders Touristen, die sich nach etwas Ruhe sehnen, werden auf den Geheimtipp aufmerksam. Hier finden sie gleich zwei Merkmale Andalusiens an einem Ort vereint: Atemberaubende Naturlandschaften und eine Altstadt mit reicher Geschichte und diversen Sehenswürdigkeiten.

Olivenbäume, so weit das Auge reicht

Jaén ist vor allem für eines bekannt: Oliven. So wachsen auf den umliegenden Hügeln der Sierra Mágina etwa 60 Millionen Olivenbäume. Der Naturpark beherbergt etwa 30.000 Bauern, die das wohlschmeckende gelbe Öl der Olivenfrüchte produzieren und in alle Welt exportieren.

Zwischen den Olivenwäldern, die sich über Berghänge und Täler erstrecken, findet man immer wieder die sogenannten Cortijos. Dabei handelt es sich um alte Bauernhöfe aus der Römerzeit – ein wahrhaft malerischer Anblick! Beeindruckend sind außerdem die Olivenbäume selbst.

So werden manche Exemplare bis zu 1000 Jahre alt. Man geht davon aus, dass die Setzlinge damals von phönizischen und griechischen Siedlern nach Spanien gebracht worden sind.

Das Leben der Menschen in der Region Jaén ist eng mit der Olivenernte verbunden. Bei der Geburt eines Sohnes wird beispielsweise traditionell ein Olivenbaum gepflanzt – damit er dann die Früchte ernten kann, wenn er erwachsen ist.

Baños Arabes

Baños Arabes: Eintritt: Di-Sa 9-21, So 9-15 Uhr, Eintritt frei

Anreise nach Jaén

Urlauber, die die Schönheit Andalusiens und speziell Jaéns entdecken möchten, haben verschiedene Möglichkeiten, dorthin zu kommen. Wer möglichst schnell vor Ort ist, der erreicht Andalusien gut per Flugzeug, beispielsweise über den internationalen Flughafen Granada-Jaén.

Wer jedoch die Umwelt schonen und sich etwas mehr Zeit für die Reise nehmen möchte, vielleicht sogar Ökotourismus in Spanien betreibt, der reist besser per Zug oder Fernbus. Auch von Deutschland aus stehen pro Woche mehrere Verbindungen zur Verfügung. Omio, zum Beispiel, gibt einen Überblick über sämtliche Transportmittel nach Jaén. Auch diese Weise lassen sich Zeiten und Preise vergleichen, um die beste und einfachste Reisemöglichkeit zu identifizieren.

Eine Stadt mit reicher Geschichte

So wie auch andernorts in Andalusien sind in Jaén noch an vielen Stellen die Spuren der maurischen Besatzer zu finden. Diese hatten das ganze Land zwischen dem achten und 13. Jahrhundert besetzt. Sie nannten die Stadt Yayyan. Ein anderer Name ist Geen, was so viel bedeutet, wie „Ort, wo die Karawanen ziehen“.

Damals lag Jaén in einer politischen Grenzzone, weswegen es später eines der Zentren wurde, von denen aus die Spanier das Land zurückeroberten. Als dies geschehen war, kamen wirtschaftliches Wachstum und Reichtum in die Stadt. Insbesondere Landwirtschaft und Industrie sorgten für einen finanziellen Aufschwung der Region.

Auch während des spanischen Unabhängigkeitskrieges zu Beginn des 19. Jahrhunderts stellte Jaén als Stützpunkt einen wichtigen Ort dar. Neuen Schwung und auch kulturellen und intellektuellen Reichtum erhielt die Stadt durch die Gründung einer Universität im Jahre 1993.

Sehenswürdigkeiten in Jaén

Die Plaza de la Constitución bildet das geschäftige Zentrum der Provinzhauptstadt. Sie stellt gewissermaßen eine Schnittstelle zwischen den modernen und den historischen Teilen der Stadt dar. Von hier aus kann man sich zum Castillo de Santa Catalina begeben, einem Berg mit historischer Burganlage.

Besonders am Morgen und am Abend, jeweils zum Sonnenauf- und Sonnenuntergang, ist die Aussicht von dort sehr zu empfehlen! Die Burg wurde 1246 vom König von Kastilien Fernando III. erobert, womit die maurische Herrschaft in Jaén beendet wurde. Ursprünglich bestand die Burganlage, wie sie heute ist, aus drei separaten Burgen.

Die vermutlich bekannteste Sehenswürdigkeit ist die Kathedrale. Das Gotteshaus, das nach Plänen des Architekten Andrés de Vandelvira (1505-1575) errichtet wurde, diente auch als Modell für andere Kathedralen in Süd- und Zentralamerika, beispielsweise in Mexiko-Stadt, Havanna und Cuzco. In der Kapelle wird außerdem ein verehrtes Schweißtuch der Heiligen Veronika aufbewahrt. Diese besondere Reliquie spielt eine wichtige Rolle im christlichen Glauben, da sie das wahre Antlitz von Jesus Christus abbilden soll.

Auch eine Reise wert sind die Bäder, die als kulturelles Überbleibsel der arabischen Besatzung übriggeblieben sind. Sie sind nach römischem Vorbild erbaut und finden sich in den Kellergeschossen des Palacio des Villardomprado, eines Palastes aus dem elften Jahrhundert.

Selbst wenn man hier heutzutage kein Bad mehr nehmen kann, so kann man noch gut sehen, wo sich die kalten, warmen und heißen Badebecken befanden.

Infoamt: Oficina de Turismo, C. Ramón y Cajal 1, 23001 Jaén, Tel. 953 19 04 55