Figuren aus Goyabildern verfremdet als Kunst in Madrids Kulturzentrum CentroCentro
Goyafiguren verändert, Kunst im Kulturzentrum CentroCentro im Cibeles-Palast, tb

Madrids Kulturzentrum CentroCentro im Palacio de Cibeles

CentroCentro ist ein Kulturzentrum in Madrids Rathaus-Palast Cibeles. Das neue Innere bietet Musik, Ausstellungen und vom Turm aus einen weiten Blick über den Cibeles-Platz hinweg auf die Dächer der spanischen Hauptstadt.

Große Teile des Stadtpalais haben Architekten im Innern hervorragend gestaltet. Wer schon einmal im Prado war, im Thyssen-Museum oder im Reina Sofia, wird sich wundern. Allein die Konstruktion der Licht spendenden Glaskuppel des CentroCentro ist eine Leistung der Extraklasse. Übrigens: auch der Bürgermeister Madrids residiert im Palast. Doch sein Arbeitszimmer ist niedlich im Vergleich zu dem 30 000 Quadratmeter großen Kulturzentrum: es hat angeblich weniger als 80 Quadratmeter. Insgesamt ist das CentroCentro eine beachtliche Ausnahmeerscheinung unter Madrids Museen.


Leuchtschilder, Lounge und Leute in Madrids Kulturzentrum Centro Centro im Cibeles-Palast
Loungebereich im Palast
Besucherinnen im CentroCentro, Madrid
Besucher im CentroCentro
Grundriss des Kulturzentrums
Grundriss des Kulturzentrums

Hochmodernes hinter Zuckerguss

So verschnörkelt das ehemalige Postgebäude und heutige Rathaus außen und innen auch aussehen mag. Das Team rund um den Architekten Franzisco Rodríguez Partearrroyo hat 2005 völlig zurecht das Ausschreiben für den Umbau gewonnen. Das strahlend weiße Innere ist erhalten geblieben, schlichte Konferenzräume dazugekommen. Und vom Aussichtsturm des CentroCentro bietet sich nun eine tolle Aussicht auf das Stadtzentrum von Madrid

Bürgernähe statt Kulturferne

Auch das Konzept des CentroCentro ist überzeugend. Die Bewohner der Stadt haben hier eine Art gigantischen Aufenthaltsraum mit viel Service. Täglich frische Zeitungen liegen im 2. Stock aus, wo kunterbunte Sofas stehen, Bücher und Computer mit Internetzugang gratis. Eltern finden hier Wickelräume, Unternehmer Konferenzräume und Musikfans das Auditorio Caja de Música mit einer Akustik, die selbst die Oper in Madrid kaum toppt.




Spanische Flagge an der Aussichtsplattform des Kulturzentrums CentroCentro
Blick vom Mirador
Bunte Sofas im Aufenthaltsraum für die Besucher
Aufenthaltsfläche
Figuren der Fassade des Palacio Cibeles
Detail des Dachs

Einst das kitschigste Postamt Europas

CentroCentro Cibeles de Cultura y Ciudadanía heißt das Kulturzentrum offiziell, kurz 5Cs genannt. Hier gibt es Kultur für den Bürger (Ciudadanía). Und das Gebäude hat eine lange Geschichte. Denn einst residierte in dem Bau die Post. Leo Trotzki brüskierte sich besonders über den Palast und nannte ihn in Anspielung auf die spanischen Kathedralen Unsere Jungfrau des Fernmeldewesens. Tatsächlich gibt es heute noch ein paar Schalter im Gebäude. Sie erinnern daran, dass hier noch bis vor wenigen Jahren das Hauptpostamt der spanischen Hauptstadt residierte. Und die Fotos im Innern belegen das auch:

strahlend weiße Zuckerbäckerfassade des Cibeles-Palasts in Madrid
Palacio de Cibeles
damals und heute
damals und heute
Palacio Cibeles in Madrid von Innen
Kitsch im Innern

Tipps zum Besuch des CentroCentro

Adresse: Plaza de Cibeles 1
28014 Madrid
Tel.34 91 480 00 08
centrocentro@centrocentro.org


Geöffnet: Di-So 10-20 Uhr

Eintritt generell frei, der Aufzug zur Aussichtsplattform kostet 2 Euro, ab 65 J. 0.50 Euro, unter 12 J. gratis. Die Madrid Card gilt hier leider nicht. 

Aussichtsturm Mirador: Di-So 10.30-13.30, 16-19 Uhr.

Eintrittskarte für den Mirador vorher im 2. Stock (Planta 2) erwerben oder online
Der Aufzug hoch zum Mirador fährt alle 30 Minuten.

Anreise: Metro: Banco de España
Busse Nr. 1, 2, 202, 5, 9, 10, 14, 15, 20, 27, 34, 37, 45, 51, 52, 53, 74, 146, 150, 203. Auch der Flughafenbus Línea Express Aeropuerto von Barajas zum Zentrum hält am Cibeles-Platz.

Arbeiter im Postamt Cibeles vor 100 Jahren, tb
Arbeiter im Postamt Cibeles vor 100 Jahren, tb
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