Madrid bei Regen. Besucher des Prado mit Regenschirmen in der Warteschlange
Warteschlange am Prado bei Regen

Madrid bei Regen

In Madrid scheint die Sonne, Madrid ist heiß. Im Sommer um die 40°C im Schatten. Madrilenen wie Touristen suchen da lieber schattige und kühle Orte auf. Zum Beispiel die Eisbar nahe der Plaza Mayor. Im Frühjahr und Herbst dagegen ist das Wetter meist sonnig und mild. Was aber, wenn man ein paar Regentage erwischt?

 

von Anne Urbschat

 

Auch dann gilt: Keine Sorge. Die Straßenhändler lassen Touristen nicht im Regen stehen. Wenn Sie keinen Regenschirm mitgenommen haben, werden Ihnen eifrige Verkäufer bestimmt einen anbieten. Gut ausgerüstet können Sie dann von Station zu Station ziehen. Denn Madrid bietet viele Attraktionen, die Sie auch bei schlechtem Wetter genießen können.


Den Tag beginnen Sie am schönsten mit einem gemütlichen Frühstück. Am besten in einer der traditionellen Chocolaterías. Süßes Gebäck und Kaffee oder Churros con Chocolate verzehren die Einheimischen bevorzugt zu Beginn des Tages. Als Nachmittagssnack oder Betthupferl eignen sie sich natürlich auch.

Kunst satt für viele Tage Regen

Für Kulturliebhaber bleibt an einem verregneten Tag nichts zu wünschen übrig: Grandiose Museen mit vielen Meisterwerken laden ganztägig zum Verweilen ein. Für Madridneulinge steht der Prado auf dem Pflichtprogramm. Auch das Museo Reina Sofía und das Museo Thyssen-Bornemisza sollten Sie nicht verpassen. Im Archäologiemuseum verbringen Interessierte gut und gerne einen ganzen Tag. Wiederkehrer erkunden neuere Museen wie das Museo Carlos de Amberes. Oder unbekanntere, zum Beispiel das Modemuseum oder das Museo ABC. Im Metromuseum Andén 0 können Sie die Wetterlage komplett vergessen. Gleiches gilt für die unterirdischen Museen Canos de Peral und Carpetana. Bei Metroumbauten fanden Arbeiter archäologische bzw. paläontologische Überreste, die nun an den U-Bahn-Stationen Opera und Carpetana zu bewundern sind.


Literaturfreunde finden das Haus des spanischen Dichters Lope de Vega in der Innenstadt. Der Eintritt ist zwar frei, doch ihren Besuch müssen Sie anmelden. Das Geburtshaus von Miguel de Cervantes liegt etwas weiter außerhalb, in Alcalá de Henares.


Viele andere Institutionen wie das CentroCentro, das Caixa Forum sowie die Biblioteca Nacional locken ebenfalls mit hervorragenden Ausstellungen. Vorher im Internet über das aktuelle Angebot informieren.

 

 

Skulptur in der Eingangshalle des Prado
Im Museo Thyssen-Bornemisza

Palmengarten im alten Bahnhof

Gott sei Dank sind ja auch Klöster und Kirchen überdacht. Die Kathedrale von Madrid, Santa María la Real de La Almudena, liegt direkt gegenüber dem Königspalast. Man sieht es ihr nicht an, aber sie wurde erst 1993 fertiggestellt. Kunsthistorisch bedeutender ist die neoklassizistische Real Basílica de San Francisco el Grande. Von außen eher schlicht anzusehen, beeindruckt sie im Innern durch die Ausmaße der Kuppel und imposante Kunstwerke, unter anderem von Velázquez und Goya. Klöster wie das Monasterio de las Descalzas Reales bieten ebenfalls interessante Geschichte, Räume und Kunstwerke.


Im historischen Bahnhof Estación de Atocha können Sie in tropischer Atmosphäre eine Pause einlegen. Unter dem Jugendstildach wächst heute ein Palmengarten. Mittagessen oder einfach einen Café con leche bieten verschiedene Cafés und Restaurants an.

Einkaufsmeilen und Skipisten

Steht Ihnen der Sinn nach einem Einkaufsbummel? Wenn Sie das Geschäfte-Hopping bei Regen nicht abschreckt, finden Sie im Zentrum zahlreiche Läden und Boutiquen für jeden Geschmack und Geldbeutel. Bei dem Schmuddelwetter eignet sich jedoch eher ein überdachtes Einkaufszentrum. El Corte Inglés ist die größte Kaufhauskette Spaniens und an verschiedenen Stellen in Madrid vertreten, zum Beispiel nahe der Puerta del Sol an der Calle de Preciados 3.

Im Norden der Stadt liegt das Centro Comercial La Vaguada, das mit der Metro (Station: Barrio del Pilar) gut erreichbar ist. Den Mercado de Fuencarral erreichen Sie von den U-Bahn-Stationen Gran Vía, Tribunal oder Chueca. Hier bieten vor allem moderne Label Mode für junge Leute. Apropos Mode: In der Calle Serrano 48 befindet sich mit vier Etagen eines der größten ZARA-Gebäude Spaniens. Mehr als nur Shopping hat das Xanadú Shopping Centre in petto: Madrids SnowZone, Spaniens einzige Indoor-Skianlage hat hier ganzjährig geöffnet. Die Ausrüstung können Sie sich ausleihen.

 

 

Der Neptunbrunnen nach einem Regenschauer
Teatro Espanol

Zarzuela oder selber tanzen

Ganz klar, dass Sie auch abends nicht Trübsal blasen müssen. Erstmal geht's in eine Tapasbar. Und anschließend? Kinobesuche lohnen sich nur, wenn Sie Spanisch sprechen oder einen Film in Originalversion erwischen. Theater und Konzerträume präsentieren Dramen, Opern, Musik oder Tanz auf höchstem Niveau. Das Teatro Español am Plaza Santa Ana ist Madrids ältestes Theater. Auf dem Spielplan stehen hauptsächlich spanische Klassiker. Also auch nur etwas für Sprachkundige. Das Teatro Real de Madrid zeigt Opernrepertoire und das Teatro de la Zarzuela die landestypische Form von Musiktheater, die "Zarzuelas". Mit diesen drei berühmten Beispielen ist die Liste der hochkarätigen Bühnen jedoch bei weitem nicht komplett.


Natürlich können Sie in den diversen Clubs der Hauptstadt selber tanzen gehen. Probieren Sie doch zum Schluss einen Sherry in der Bar La Venencia, calle Echegaray 7. Die urige und authentische Atmosphäre ist perfekt für den Ausklang des Tages.

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