
Ourense, Stadt in Galicien
Ourense, kastilisch Orense, gehört zu den unbekanntesten Provinzhauptstädten in Spanien. Für Individualisten ein Grund mehr, die Metropole in Galicien und seine Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Römer liebten sie damals sehr und nannten den Ort wörtlich Die Goldene.
Goldminen und Thermalquellen im Inland von Galicien waren sehr anziehend. Als Kaiser Augustus von kostbarem Edelmetall und dem 67° C heißen Schwefelwasser erfuhr, ließ er die Stadt Ourense gründen.
Die "Goldene" (oro) liegt abgeschieden im Hinterland, weit ab vom Atlantik und den touristischen Highlights im Nordwesten von Spanien.
Rund um die Haupstadt ist die Provinz Ourense international durch verheerende Waldbrände in die Schlagzeilen gekommen. Umso wichtiger ist nun der Tourismus für die Anwohner, damit diese wunderbare Gegend wieder einen Aufschwung erlebt.

Das Athen Galiciens

Die Altstadt der Provinzhauptstadt ist voller Granitvillen und schönen Plätzen, Arkaden und Tavernen. Intellektuelle rund um den Autor Curros Enríquez (1851–1908) gaben Ourense schon damals den Spitznamen ›Athen Galiciens‹.
Doch die Armut hier im Hinterland war bis ins 20. Jahrhundert so groß, dass viele Anwohner auswanderten: nach Dortmund, Frankfurt oder Zürich.
Kein Wunder also, dass solche Städte inzwischen die Barnamen im Zentrum von Ourense zieren und sich keiner wundern sollte, wie gut die Besitzer Deutschland kennen.
Andere wiederum blieben, unter ihnen ein Jesuitenpater, der südlich von Ourense Straßenkinder aufnahm und den Kinderstaat Bemposta gründete: mit Zirkuszelt, Schule, eigener Währung und Bürgermeister im Teenie-Alter. Allerdings ist sie inzwischen geschlossen.
Ourense hat eine tolle Altstadt
Die Stadt in Südostgalicien hat eine wunderbare Altstadt mit vielen Tavernen und einer Kathedrale, die der in Santiago de Compostela fast ebenbürtig ist.
Inzwischen ist sie übrigens mit der Pilgerstadt durch den Hochgeschwindigkeitszug AVE verbunden, weshalb die sonst sehr entlegene Provinzhauptstadt in Zukunft sicher mehr Besucher bekommt. Die Hauptstadt der gleichnamigen Region Ourense kam im Hochsommer 2025 weltweit in die Schlagzeilen wegen der schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten.
Auch die Winzer waren davon betrofffen, die in der Region hervorragenden Weißwein produzieren. Die Jahresernte verbrannte fast vollständig. Ein Grund mehr, die schöne Stadt und ihre Region zu besuchen. Tourismus dort ist wichtiger denn je.
Und immerhin schreibt El País inzwischen wieder über anderes statt Naturkatastrophen. Thema ist inzwischen der hervorragende Autor Juan Tallón aus der Gegend, der mit seinem Roman Tausend Dinge die Literaturszene begeister.
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