Blick auf Segovia
Segovia aus der Luft © ts
Aquädukt von Segovia
Aquädukt von Segovia
Segovia auf der Spanienkarte

Segovia und sein Aquädukt

Der Aquädukt von Segovia ist ohne Zweifel das eindrucksvollste und schönste Bauwerk der Römer auf spanischem Boden. Er wurde Ende des 1. Jahrhunderts errichtet und war Teil einer 17 km langen Wasserleitung, die vom Riofrío bis an den Alcázar reichte.

von Tobias Büscher

 

Bis zur Stadtgrenze floss das Wasser in einem offenen Kanal, wurde dann gereinigt und durch eine geschlossene Röhre durch die Stadt geführt.

728 Meter lange Statik-Meisterleistung

Das 728 m lange Bauwerk wurde noch bis 1974 genutzt und besteht aus 118 zum Teil zweistöckigen Bögen. Über der Plaza Azo­guejo erreicht der Aquädukt eine Höhe von 29 m. Es beeindruckt, dass das gewaltige Bauwerk, dessen Granitblöcke ohne Mörtel zusammengefügt wurden, nun beinahe 2000 Jahre fast völlig unbeschadet überstanden hat. Erst in den letzten Jahren wurde es an ei­nigen Stellen kaum sichtbar durch Beton verstärkt. Bis vor wenigen Jahren donnerte sogar noch der Verkehr durch die Pfeiler. Dies ist inzwischen verboten.
Imposant überspannt der Aquädukt die verkehrsreiche Plaza Azoguejo, die zwischen dem modernen Segovia und der auf einer länglichen Felskuppe gelegenen Altstadt liegt. Lage der Stadt siehe rechts auf der Karte als Sternchen markiert.

Segovia und seine Plaza Mayor

Zentraler Punkt des alten Stadtkerns ist die Plaza Mayor (auf vielen Stadtplänen erscheint sie immer noch als Plaza de Franco) mit der angrenzenden Kathedrale. An der Plaza Mayor stehen das Rathaus des heute 54.000 Einwohner zählenden Segovia und das Theater „Juan Bravo“.


Juan Bravo und der Comuneros-Aufstand

Der Segovianer Juan Bravo war einer der Anführer des Comuneros-Aufstands von 1520/21, als Bürgertum und niedriger Adel sich gegen die Politik Carlos V. erhoben. Der Aufstand scheiterte, aber der Name Juan Bravos begegnet einem in Segovia auch heu­te noch ständig. An der Kirche San Martín in der Fußgängerstraße Juan Bravo hat die Stadt ihrem Helden aus dem 16. Jahrhun­dert ein Denkmal gesetzt.
Genauso allgegenwärtig ist der moderne Held Segovias: Das Foto des Tour-de-France-Gewin­ners von 1988 ­Pedro „Perico“ Delgado hängt in vielen Bars und Ge­schäften der Stadt.
Ebenfalls in der Fußgängerzone, in der Calle Cervantes, steht die Casa de los Picos (Haus der Spitzen), ein Palast, dessen Fas­sade mit spitzen Steinen verziert ist.


Umgebung von Segovia

Gegenüber dem Rathaus, in der Plaza Mayor 10, befindet sich die Touris­teninformation. Dort ist gutes Pros­pektmaterial zu Segovia und allen interessanten Zielen in der Provinz zu bekommen. An einem Anschlagbrett vor der Tür hängen Zug- und Busfahrpläne, die Öffnungszeiten aller Se­hens­­würdigkeiten sowie eine umfangreiche Liste mit Adressen und Preisen der Hotels und Pen­sionen Segovias. Sonn- und feiertags bleibt das Büro geschlossen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Segovia

Neben der Kathedrale befinden sich hier noch zahlreiche kleinere Kirchen. Gemein­sames Merkmal der zum größ­ten Teil aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammenden Gotteshäuser ist der sie umgebende roma­nische Bogengang. Bemerkenswert und ungewöhnlich ist der fünf Stockwerke hohe Turm der Kirche San Estéban.

    Am nördlichen Ende des Felsmassivs, auf dem die Altstadt liegt, erhebt sich mächtig und hoch über dem Zusammenfluss des Río Eresma und des Río Clamores, die das Felsplateau umgeben, die dritte Hauptsehenswürdigkeit, der Alcázar.

    Von unten aus dem Tal betrachtet, erinnert der Alcázar mit seinen spitzen schieferge­deckten Türmchen, Zinnen und Erkern eher an das bayerische Königsschloss Neu­schwanstein als an eine kastilische Burg.
    Nach der Eroberung Segovias errichtete Alfonso VI. den Alcázar im 11. Jh. an der Stelle, wo sich vorher schon römi­sche, westgotische und maurische Befesti­gungsanlagen befanden.
    Enrique IV. baute die Festung im 15. Jahr­hundert aus, und Felipe II. ließ sie ein Jahr­hundert später weiter vergrößern. Er feierte hier auch seine vierte und letzte Hochzeit, die Vermählung mit Anna von Österreich. Isabel la Católica wohnte im Alcázar von Segovia als sie gekrönt wurde, König Alfonso X. der Weise ging hier seinen Stu­dien nach, und Carlos V. diente der Alcázar als Festung im Kampf gegen den Comuneros-Aufstand.
    Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert war die Burg ein Gefängnis. Im Jahr 1862 wurde sie durch einen Brand zu großen Teilen zer­stört.
    Erst nach dem Bürgerkrieg begann man mit der umfassenden Restaura­tion des Ge­bäudes. Im Inneren des Alcázar sind Zeug­nisse aus dem ritter­lichen Leben zu sehen: Rüstungen, Helme, Lanzen, Armbrüste, Ka­nonen und vieles mehr. Vom Hauptturm im Süden hat man eine schöne Aussicht auf Altstadt und Kathedrale, während eine Ter­rasse an der Südseite einen herr­lichen Blick auf die menschenleere Wei­te des kastili­schen Hochlandes und auf verschiedene Gebäude am Fuße des Alcázar erlaubt.
    Im Tal liegt die zwölfeckige Kirche Vera Cruz, die im 13. Jahrhundert von den Temp­lern gebaut wurde. Der vornehmste und mächtigste Ritterorden zu Zeiten der Kreuzzüge kopierte mit diesem Bau das heilige Grab von Jerusalem. Links davon sieht man ein teilweise in den Fels hineingebautes Karmeliter-Kloster und rechts der Kirche das Kloster El Parral (Die Weinlaube). Öffnungszeiten: Alcázar: täglich. Kirche Vera Cruz: täglich außer montags. Karmeliter-Kloster: täglich.

Aussichtspunkt Kavaliershügel

Man sollte Segovia nicht verlassen, ohne vom Kalvarienhügel den Blick über die ganze Stadt zu genießen.

Diesen Aussichtspunkt erreicht man gleich hinter Segovia, wenn man die Stadt auf der N 110 in Richtung Avila verlässt. Auf dem Hü­gel, der sich hervorragend für ein Picknick eignet, stehen eine Reihe von Steinkreuzen und eine kleine Kapelle. Einen sehr schönen Blick auf die Altstadt hoch auf dem Felsen hat man auch von der Panoramastraße aus, die unten im Tal an den beiden Flüsschen und der Stadtmauer entlang führt.

 

Autor Tobias Büscher

Mein Tipp für Segovia

Unter der Woche ist es in Segovia schöner, weil weniger besucht. An den Wochenenden kommen viele Madrilenen und stürmen die Sehenswürdigkeiten und Restaurants.

 

 

Kathedrale von Segovia

Die zweite große Sehenswürdigkeit Segovias, die Kathedrale, liegt in unmittelbarer Nähe der Plaza Mayor und beeindruckt vor allem durch ihr Äußeres. Die oft als „Dame der Ka­thedra­len“ bezeichnete Kirche wurde zwi­schen 1525 und 1620 anstelle der alten im Comuneros-Aufstand zerstörten Kathedrale erbaut. Von dieser blieb nur der Kreuzgang erhalten, der zusammen mit einem kleinen Museum mit Kirchenschätzen (u.a. eine ver­silberte Monstranz aus dem 17. Jahrhundert und eine vergoldete Barockkarosse aus dem 18. Jahrhundert) besichtigt werden kann. Allgemein kann das Innere der Kathe­drale, die als letzte Spaniens im gotischen Stil gebaut wurde, kaum mit ihrem Äußeren mithalten.

Anreise von Madrid nach Sevovia

Segovia, 90 km im Norden Madrids auf der anderen Seite des Guadarrama-Gebirges gelegen, ist vor allem für sein Aquädukt berühmt.



Anreise  mit dem Auto


Über die Autobahn A 6 kommt man von der Hauptstadt aus bequem und schnell nach Segovia. Man erreicht die A 6 über die N VI, die an der Plaza de la Moncloa im Nordwesten der Stadt beginnt. Die Benutzung der A 6 ist bis zum Escorial gebührenfrei, für die Fahrt bis zur Ausfahrt (Salida) 3 nach Segovia werden Gebühren verlangt. Die Salida 3 erreicht man nach etwa 60 km, gleich hinter dem über 3 km langen Tunnel, der durch das bis zu 2500 m hohe Guadarrama-Gebirge führt.
Die letzten 30 km legt man auf der Natio­nalstraße N 603 zurück.
 

mit dem Bus:

•Busunternehmen La Sepulvedana, Paseo de la Florida 11 (Metro Principe Pío), Tel. 91 547 52 61.
•Madrid – Segovia. Mindestens sechsmal täglich, Fahrzeit 1,5 Std.
•Segovia – Madrid. Mindestens siebenmal täglich. Abfahrt und Ankunft in Segovia in der Estación de Autobuses (Paseo Ezequiel González). Fahrzeit ca. 1,5 Stunden, 87 km, hin- und zurück rund 15 Euro.

mit dem Zug:

Züge fahren ab Atocha über Chamartín zwischen 9 und 22 Uhr neunmal nach Segovia und zurück nach Madrid. 110 km, ca. 2 Std. Fahrt.

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