8.09.2014

Vergiftete Delfine vor Kanarischen Inseln

Laut einer wissenschaftlichen Studie des letzten Monats sind die Delfine im Meer vor den Kanarischen Inseln mit Gifte verseucht. Besonders gefährlich ist das Chlor im Meerwasser. Jahrzehntelang benutzten Landwirte das schädliche Element als Pflanzenschutzmittel.

von Marcos Fernández Vacas

Wissenschaftler der Uni Las Palmas de Gran Canaria haben mit speziellen Untersuchungsverfahren an lebenden Delfinen viel Chlor im Körper der Meeressäugetiere nachgewiesen. Und damit gefährliche Krankheiten.

Delfine erfuhren minimale invasive Eingriffe

Durch das Chlor sind vor allem das Immunsystem und die Geschlechtsorgane in Mitleidenschaft gezogen. Mit 64 Biopsien an lebenden Delfinen in den Jahren 2003 bis 2011 konnten die Wissenschaftler das bedrohliche Gift nachweisen.  Dabei haben die Experten “minimale invasive Methoden angewandt, die das Leben und Empfinden der Delfine kaum stört“, so der Leiter Antonio Fernández zur spanischen Presse. Hauptsächlich untersuchten die Forscher das Fett unter dem Lendenbereich.

Daten von lebenden Delfinen sind zuverlässiger

Das Forschungsprojekt ist eine Kooperation zwischen der Universität von Gran Canaria und der Stiftung des bekannten Loro Parque auf Teneriffa. Zum ersten Mal gibt es Daten der frei im Meer lebenden Delfine. Bisher konnten die Biologen nur Aussagen über gestrandete oder tote Meeressäuger machen. Erkenntnisse über die Ursachen eventueller Umwelterkrankungen waren daher höchst spekulativ. Nun können sie besser die Mengen des giftigen Abfalls in den natürlichen Populationen einschätzen.

Petroleum, Kohle und Teer bedrohen das Meer

Da die Kanarischen Inseln über ein Dutzend besonders geschützter Meereszonen verfügen, ist der Umweltschaden glücklicherweise nicht so groß wie im Mittelmeer oder in der Ostsee. Trotzdem ist die Zunahme von Schadstoffen besorgniserregend. Durch die natürliche Nahrungskette beeinträchtigen sie fast jedes Lebewesen im Meer, egal ob pflanzlicher oder tierischer Art. Neben dem Chlor fanden die Forscher auch fossile Brennstoffe, die im Petroleum, Kohle und im Teer vorhanden sind. Alles Substanzen, die bei Tieren Missbildungen bei Embryos, Mutationen aller Art und auch Krebs hervorrufen. Weitere Untersuchungen der Fundación Loro Parque zum Gesundheitszustand von Delfinen folgen bald auch in Mikronesien.

 

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