Neue Parteien in Spanien

Durch die Wahl in Spanien am 10. November 2019 ziehen vier neue Parteien ins Parlament ein. Und eine hat es wie Bielefeld gemacht. Sie tritt auf mit den Namen Teruel Existe, Teruel existiert.

von Tobias Büscher

Vier Wahlen in vier Jahren. Und am 10. November eine Landeswahl mit vorhersehbar schwierigem Ausgang. Die linke PSOE von Pedro Sánchez ist mit 120 Sitzen wieder stärkste Kraft, gefolgt von der konservativen PP mit 88 Sitzen. Soweit vorhersehbar. Dramatisch ist aber der Erfolg der rechtsnationalen Partei VOX, die mit 52 Sitzen nun drittstärkste Kraft ist. Dagegen kommen die Linken von Podemos nur noch auf 35 Sitze und die liberale Ciudadanos ist nur noch eine Randerscheinung.

Teruel Existe: Ländliches Spanien im Parlament

Pedro Sánchez wollte mit der Wahl Klarheit. Nun hat er noch mehr Vielfalt. Wenn das Parlament am 3. Dezember die Arbeit aufnimmt, sind inzwischen 19 Parteien beteiligt. Vier neue sind konkret dabei oder ziehen wieder ein. Debütant ist Íñigo Errejón, ein junger linker Politiker, der gemeinsam mit den Grünen erstmals im Parlament ist. Seine Partei heißt Más País (Mehr Land). Wieder einziehen werden die Linksnationalen aus Galicien mit Namen BNG (Bloque Nacionalista Galego). Die katalanische CUP bekommt zwei Sitze und sogar Tomás Guitarte bekommt einen Sitz. Der Mann hat eine Partei gegründet, die Teruel Existe heißt. Dass Teruel existiert, wissen nun alle. Die kleine Stadt und Provinz im Niemandsland zwischen Madrid und Mittelmeer freut sich diebisch. Teruel Existe ist 1999 von lokalen Ingenieuren und Ärzten gegründet worden, weil die Gegend als einzige im Land keinen Autobahnanschluss hatte. Ob sich Guitarte  vom PR-Gag Bielefelds hat inspirieren lassen, ist aber unklar.
 

Galicier und Basken ignonieren die Rechtsnationalen

Wie in Spanien üblich, hat der Süden mehr links gewählt, der Norden mehr rechts. Allerdings nicht ultrarechts. In Galicien sind die Konservativen der PP unter Alberto Núñez Feijóo wieder stärkste politische Kraft geworden und haben seit der Wahl im April sogar noch zugelegt. Kein Wunder in einer Region, die sehr ländlich geprägt ist. Worauf die Galicier aber – ähnlich wie die Wähler in Navarra und im Baskenland – gar keinen Wert legen: Einen Vertreter von VOX nach Madrid zu schicken. Die Rechtsnationalen mögen nun drittstärkste Kraft sein, im hohen Norden haben sie weiterhin keine Chance.
 

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