Kapitän der Weltmeister-Mannschaft
Über 500 Spiele im Barca-Trikot: Puyol

Und der Haifisch, der hat ... Locken

Carles Puyol mit seinen markanten Locken ist einer der auffälligsten Fußballspieler Spaniens. Der  "Haifisch" vom FC Barcelona gibt auch für das Nationalteam immer sein Bestes. Und auch wenn er im März 2014 mit 35 Jahren seinen Austritt beim FC Barcelona zum Saisonende bekannt gab: Er bleibt wohl auf ewig ein Star unter den besten Spielern des Landes.

 

Von Marco Hermann


Am 7. Juli 2010 läuft bei der WM in Südafrika die 73. Spielminute im Halbfinale zwischen Deutschland und Spanien in Durban, Südafrika. Ein Spieler springt beim Eckball kräftig hoch und versenkt einen wuchtigen Kopfball aus etwa zehn Metern, vorbei am machtlosen Manuel Neuer, im Tor. Der Spieler, der seinen Siegtreffer bejubelt, ist nicht etwa einer der torgefährlichen spanischen Stürmer, sondern ein katalanischer Verteidiger mit langen Locken. 


Meister der Verteidigung
Carles Puyol mit Ronaldo in Madrids Bernabeú-Stadion, tb
Spielszene bei der WM 2010 in Südafrika

Willensstarker Charakter

Die markante, schulterlange braune Lockenmähne gehört Carles Puyol. Carles Puyol i Saforcada, wie er mit vollem Namen heißt, besitzt enorme Entschlossenheit und starken Durchsetzungswillen, die den Charakter und auch das Gesicht des nur 1,78 Meter großen, kompakt gebauten Abwehrspielers prägen. Diese Eigenschaften haben ihn zu den größten sportlichen Erfolgen geführt. Sein Jugendtrainer Oriol Tort beschrieb ihn mit den Worten: „Kann sein, dass der Junge viel weniger Talent besitzt als andere. Ich habe aber noch nie einen erlebt, der solchen Ehrgeiz hatte, dazuzulernen.“ 

Stolzer Katalane

Seit 2006 ist Puyol Kapitän des FC Barcelona, mit dem er bereits reihenweise alle nationalen Titel und als Krönung schon zweimal die Champions League (2006 und 2009) gewonnen hat. Er identifiziert sich stark mit der katalanischen Nationalbewegung und macht daraus auch kein Geheimnis. Er unterscheidet sich also nicht nur optisch von seinen meist perfekt gestylten und frisierten Kollegen, sondern auch mit seiner Einstellung. 

Bissig, clever, gutes Timing: El Tiburón

Seinen Spitznamen „el tiburón“ (der Haifisch) hat Puyol von seiner bissigen Spielweise und Aggressivität im Zweikampf. Er kommt aufgrund seines guten Timings und Stellungsspiels jedoch fast ohne Fouls aus. In der spanischen Nationalmannschaft, der „Furia Roja“ (der roten Furie) ist der Hai Puyol also bestens aufgehoben. So hält er, wie beim FC Barcelona Lionel Messi, hier den Offensivkünstlern Andres Iniesta und David Villa den Rücken frei und ist damit ein wesentlicher Bestandteil der spanischen Titelgewinne bei der EM 2008 und der WM 2010. Als guter Teamplayer gibt er alles für seine Mannschaft, was sein Kollege Sergio Busquets mit den Worten „Er gibt alles in einem Spiel, er verteidigt und stürmt“ beschreibt. 

Bei der EM 2012 und 2014 in Brasilien nicht mehr dabei

Nach dem Gewinn des WM-Titels in Südafrika kündigte Puyol seinen Rücktritt an, widerrief ihn allerdings kurz darauf. Auf den Anblick der markanten Lockenmähne des Weltmeisters mussten die spanischen Fußballfans bei der EM 2012 und bei der für Spanien verheerenden WM 2014 in Brasilien aber dennoch verzichten. Seine Zukunft, sagt Puyol, liegt nun in der Vereinsarbeit des FC Barcelona.

 

 

 

 

Der Autor:

Marco Hermann hat Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in Bonn studiert. Danach war er im Bereich Studien- und Kulturreisen tätig. Und auch der Fußball begeistert ihn, wie dieses Portrait zeigt. Es entstand bei einem Seminar zum Thema journalistische Stilformen.

 

 

Verwandte Themen:

 

Der Fußballspieler Raúl

 

 

 

Meinungen zum Portrait von Puyol

 

Marianne: Hervorragende Überschrift, sehr gute Unterteilung, sehr gutes Portrait. Kompliment!

Antje: Morgen Marco, prima geschrieben, genauso wie Dein letztes Portrait. Super! Freu mich auf mehr, was Du uns noch zum besten gibst.

 

Christine: Super! Macht auch für Nicht-Fußball-Fans Spaß zu lesen!:-)

Ines: Also, das ist wirklich gut, wenn sogar ich als komplett Fußballresistente diesen Artikel zu Ende gelesen habe. Ich habe von Carles Puyol noch nie gehört, aber nun ein klares Bild von ihm. Besonders gelungen sind die Zwischenüberschriften: Sie machen nicht nur Lust aufs Weiterlesen, sondern bilden für sich genommen schon eine Kurzcharakteristik von Puyol. SUPER!

Katharina: Ein wirklich guter Text! Auch wenn ich das Tor von Carles Puyol damals im Spiel gegen die deutsche Elf nicht gerade bejubelt habe, habe ich den Text sehr gerne gelesen. Die Überschrift finde ich besonders gut!  

Joanna: Bin zwar seit immer Real-Madrid-Fan, aber Puyols Fußballkunst beeindruck mich ohne Frage. Toller Artikel, würde gerne mehr davon lesen;) Gran Derbi vielleicht?  

Jan: Ich kann Fußball ja null ab - klasse das Portrait!!! TOLL!!!

Nina: so charismatisch kommt kein mitglied der deutschen nationalelf rüber.

Ulrike: Lieber Marco, dein Porträt von Carles Puyol ist sehr spannend und wunderbar geschrieben, ich bin überhaupt kein Fußballfan, glaube aber, dass ich mich beim nächsten EM- oder WM-Spiel an dein Porträt und den Spieler erinnere.

Magdalena: unvergesslich auch seine begegnung mit königin sofia in der umkleidekabine der spanischen nationalmannschaft. handshake nur mit einem handtuch als lendenschurz - das hat klasse! :-)

Bewerte diese Seite

 
 
 
 
 
 
 
Bewerten
 
 
 
 
 
 
1 Bewertungen
100 %
1
5
5
 
Logo Werbepartner