Frauen in der 1. Liga in Spanien beim Fußball
Spielerinnen vom FC Barcelona (rechts im Bild) gegen Santa Teresa Badajoz. Foto Santa Teresa S.A.

Frauenfußball in Spanien

Spaniens Männerfußball bietet Superlative ohne Ende. Hohe Gehälter für die Stars von Real Madrid und FC Barcelona, eine TV-Präsenz der Spiele ohnegleichen, dazu die Austragungen wie die Copa del Rey. Im Schatten dieser Dominanz entwickelt sich der spanische Frauenfußball. Samt Liga 1 und Copa de la Reina.

von Tobias Büscher

Man stelle sich ein Spiel des FC Barcelona gegen einen Fußballclub aus der entlegenen Extremadura in Badajoz vor. Der CD Badajoz würde wahrscheinlich mit sieben Gegentreffern vom Platz gehen. Er steht derzeit in der Segunda División, sein Fußballstadion fasst gerade einmal 15.000 Menschen.

Doch im spanischen Frauenfußball sieht das ganz anders aus. Der weibliche Verein von Badajoz heißt Santa Teresa und hat Barca beispielsweise Anfang 2017 mit einem 2:0 vom Platz gefegt. Die Frauenmannschaft spielt in der ersten spanischen Liga. Und wer kennt sie bei uns? Wohl keiner. Dabei haben es die Spielerinnen im Herbst 2017 sogar auf die Titelseite der Zeitschrift Grada gebracht (für die ich als Kolumnist arbeite).

La Selección Feminina

Spaniens Frauenfußball bekommt bestenfalls etwas Resonanz, wenn die Nationen gegeneinander antreten. Die Selección femenina de fútbol de España gibt es schon seit 1971. Trainer Jorge Vidal blickt auf eine durchwachsene Zeit zurück. Immerhin kamen die Spanierinnen 1997 bis ins Halbfinale des Europacups.

Aktuell sind vor allem Frauen der Fußballclubs Athletic Club Bilbao, Atletico de Madrid und des FC Barcelona im Kader der Frauenfußball-Nationalmannschaft vertreten. Eine Spielerin ist aber auch bei uns keine Unbekannte: Vero Boquete. Die Mittelfeldspielerin aus Santiago de Compostela spielte 2015/2016 für Bayern München.

Spaniens Sportpionierin mochte keinen Fußball

Erstaunlich ist, wie selten Spaniens Kickerinnen öffentlich wahrgenommen werden. Ihre Spiele kommentieren die großen Medien wie El Mundo und El País nur beiläufig. Spaniens Tennisspielerinnen dagegen sind traditionell hoch attraktiv. Wohl auch deshalb, weil die Sportlerinnen um Längen erfolgreicher sind. Garbiñe Muguruza Blanco hat die French Open und 2017 auch Wimbledon gewonnen. Arantxa Sánchez war schon mit 18 Jahren gegen Steffi Graf erfolgreich. Und eine bleibt den Spaniern besonders in Erinnerung: die 1905 geborene Lili Alvarez. Sie schaffte es dreimal ins Finale von Wimbledon, auch im Doppel. Später arbeitete sie als angesehene Sportjournalistin und praktizierte alle möglichen Hobbys, darunter Billard, Skifahren und Reiten. Doch der Pionierin des weiblichen Sports wäre eins wohl nie in den Sinn gekommen: mit dem Ball auf ein Tor zu schießen.

Stadion der Frauen so groß wie das der Männer

Und so weiß auch der Gründer des Clubs Santa Teresa, wie schwer der Aufstieg des Frauenfußballs wird. Der heutige Clubpräsident Pablo Ritoré startete die Idee zu dem Frauenverein in einer Schule, die ebenfalls nach der Heiligen Teresa heißt. Die Anfänge waren gruselig, sagt er. Die Spielerinnen wohnten teils bei ihm und seiner Familie, weil Geld für ein Wohnheim fehlte. Doch heute ist er stolz auf den Erfolg seiner Kickerinnen: "Wir sind daher auch wie eine große Familie in die erste Liga aufgestiegen."

Und die Emanzipation der weiblichen Kicker geht weiter: Die Fußballerinnen von Santa Teresa haben kürzlich ihr neues Sportareal eröffnet. Das Nuevo Vivero. Es hat wie das Stadion der Männer von Badajoz Platz für 15.000 Zuschauer. Auch eine Form, mit der Gleichberechtigung beginnt.

Kommentar des Fußballverband der Frauen

Buenas tardes Tobias, 

 

Muchas gracias por la publicación, estamos muy agradecidos y lo publicaremos en nuestras redes sociales.  Estamos en contacto para cualquier cosa. Un saludo y muchas gracias de nuevo.


 

Departamento de comunicación del Santa Teresa de Badajoz

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