Notiz aus der Redaktion

 

Dieses Porträt entstand vor dem Skandal um den Ehemann von Prinzessin Cristina. Wie im Dezember 2011 bekannt wurde, soll Iñaki Urdangarin, Schwiegersohn von König Juan Carlos, in einen Finanzskandal verwickelt sein und angeblich 6 Mio Euro über eine Stiftung für sich selber abgezweigt haben. Von offiziellen Auftritten des Königshauses ist er seither ausgeschlossen.

 

Royaler Hüne

Ein Bild von einem Mann. 1,97 m groß, schlank, sportlich: Seine Exzellenz Iñaki Urdangarin Liebaert, Herzog von Palma.

 

von Bettina Blank

Dunkelbraunes Haar, durchzogen mit leichten Grausträhnchen, der schwarze Anzug sitzt perfekt, blaue Augen leuchten, ein freundliches Lächeln. Iñaki Urdangarin Liebaert (43). Ein gebürtiger Baske aus Zumárraga, sechstes Kind von Juan María Urdangarin Berriochoa und der Belgierin Claire Liebaert Courtain. Sein sportliches Äußeres hat auch einen Hintergrund. Nicht nur die spanische Bevölkerung hat ihn in verschwitztem Trikot, mit Harz an den Händen, triumphierend vor Augen. Als gebürtiger Barcelonès hat er früh die Leidenschaft zum rauen Sport Handball entdeckt. Der Masterabsolvent Business Administration belebte in den 1990er Jahren den nationalen und internationalen Handball im Dienst des FC Barcelona und der spanische Nationalmannschaft.

 

 

Geadelte Handball-Ikone

Wir schreiben das Jahr 1996, die Olympischen Spiele in Atlanta stehen vor der Tür und auch Iñaki gehört zum Kader der spanischen Stars. Erfolg hat er gleich in zweifacher Hinsicht: Die Bronzemedaille mit den Jungs gewonnen und … das Herz seiner Prinzessin erobert - Cristina von Spanien. Kaum ist die Beziehung öffentlich, rücken die Sportjournalisten in den Hintergrund. Ring frei für den Boulevard! Scharenweise rangen sie um den ruhigen und natürlichen Vertreter des Handballsports. Der muss noch schnell seine Steuerschulden bezahlen, und schon ist der Weg frei: Der Baske wird ein Blaublüter. Seine Hochzeit mit der Infantin Cristina von Spanien am 4. Oktober 1997 bringt ihn endgültig ins internationale Rampenlicht. Die Bunte titelt: „Auch Königskinder dürfen lieben“, und die Züricher Sport erklärt ihren Lesern ausführlich den Wandel von der „ruppigen Sportbühne in die eher vornehme Highsociety".

Hände schütteln statt Tore werfen

Der sechsmalige Europapokalsieger tritt von nun an in Begleitung seiner Gattin auf. Schüttelt viele Hände und es wird gemunkelt, dass er nostalgisch lächelt, wenn er sich für einige Minuten in die Welt des rauen Sports zurückbeamen darf. So gehört er zu den ersten Gratulanten, als die spanische Handball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Schweden im Januar 2011 die Bronzemedaille überreicht bekommt. Das Boulevardmagazin Hola immer an seiner Seite.

 

 

Die Autorin:

 

Bettina Blank hat in Münster Germanistik, Soziologie und Niederlande-Studien studiert. Ihre Leidenschaft für Handball und außergewöhnliche Sportlerkarrieren bewog sie zu diesem Portrait.

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