Gelbfußmöwen in Spanien

Auf den Cíes-Inseln an der Nordwestküste Spaniens leben die meisten Gelbfußmöwen weltweit. Die Inseln sind schon seit 2002 ein Nationalpark, doch der Bestand der Tiere geht leicht zurück. In Mexiko und Kalifornien zählen sie zu den bedrohten Tierarten, bei uns gibt es sie nicht.

Von Tobias Büscher

Als Schauspieler Javier Bardem in dem Film "Montags zur Sonne" ins Boot stieg, waren sein Ziel die Cíes Inseln. Das war im Jahr 2004. Er spielte einen Arbeitslosen aus der Hafenstadt Vigo. Als er nach der Überfahrt an der Anlegestelle ankam, war er plötzlich umringt von 22.000 Gelbfußmöwenpaaren. Da fühlte er sich fast wie in einem ganz anderen Film: "Die Vögel" von Hitchcock aus dem Jahr 1963. Damals war die Inselgruppe gerade zum Nationalpark erkoren worden. Also als Schutzraum für die Natur, in der kein Hotel, kein Restaurant, keine Autostraße sein darf. Doch den Vögeln hat das nur bedingt genutzt.

Weltweit größte Population

Heute sind es geschätzt nur noch 18.000 Paare. Die Zahl bleibt nun weitgehend stabil. Was war passiert? Tierschützern und der Regierung in Santiago war klar, warum die Bestand der Tiere nachließ. Wegen der Touristenmassen. Denn als die Inseln Nationalpark wurden, schrieben alle darüber. 2007 behauptete das britische Blatt Guardian sogar, der Rodas-Strand dort sei der schönste der Welt. Und auch wir selbst in der Redaktion waren nicht unschuldig an den vielen Besuchern. In dem Buch „Galicien und Jakobsweg“ bei DuMont (erscheint im Sommer 2020 komplett neu) sind die Cíes-Inseln als Top-Ziel dargestellt. 

Damit das nicht überhandnimmt, sind die Besucherzahlen nun auf 2200 am Tag reduziert. Wer den Besuch online reservieren möchte (im Sommer sinnvoll), kann das über dieses Portal der Lokalregierung machen.
 

GoPro zur Sonne

Angeblich gibt es weltweit rund 30.000 Paare der Tiere aus der Gattung Larus Livens, außerhalb der Cíes-Inseln vor allem in Mexiko und Kalifornien. Auch wenn die Zahl geschätzt ist, eins ist klar: So viele wie auf den galicischen Inseln gibt es auf der ganzen Welt nicht. In Deutschland sind sie praktisch nicht existent. Die häufigsten Möwenarten der Ostsee beispielsweise sind Silber- und Lachmöwen.

Die ausgewachsenen Gaviotas Pata Amarillas werden knapp 60 cm groß, haben gelbe Füße und weiße Köpfe. Sie ähneln den Westmöwen sehr, werden jedoch schneller groß. Zudem sind die robusten Tiere nicht gefährdet hier in Spanien, dafür aber eine Gefahr für andere Vögel wie die Dohlen, deren Küken und Eier sie fressen. 

Eine von ihnen hatte vor ein paar Jahren übrigens sogar auch mal einen Film gedreht. Mit einer geklauten GoPro. Und nach dem Rundflug wieder unsanft abgelegt. Die verwackelten Aufnahmen waren vorübergehend ein Hit auf youtube. Der Film "Montags zur Sonne" bleibt es bis heute.