Windkrafträder in Galicien
Windkrafträder von Iberdrola in Spanien © tb

10.12.2012

Iberdrola verkauft Windparks in Deutschland

Für 52,7 Millionen Euro verkauft der spanische Energieriese Iberdrola seine deutschen Windkraftanlagen. Es dient dem Abbau der massiven Schulden des Unternehmens. Offshore soll es aber in Norddeutschland weitergehen.



von Marcos Fernández Vacas

Mit der deutschen Gesellschaft MVV Energie ist das spanische Energieunternehmen mit Sitz in Bilbao ins Geschäft gekommen. Ibedrola verkauft die für die Windparks verantwortliche Iberdrola Renovables Deutschland für 52, 7 Millionen Euro. Betroffen sind insgesamt sieben Anlagen. Noch im Sommer plante das spanische Energieunternehmen eine Neuinvestition in Deutschland.

Sieben Windparkanlagen für 52,7 Millionen Euro



Spanischen Medien zufolge soll MVV alle Aktien von Iberdrola Renovables Deutschland kaufen. Iberdola betreibt vier Windparkanlagen mit einer Gesamtleistug von 37,4 Megawatt. Dazu kommt die 100% Beteiligung an der Gesellschaft Windpark Jülicher Land, die drei Anlagen mit einer Gesamtleistung von 25,5 Megawatt betreibt. Die 52,7 Millionen Euro beinhalten sowohl den Wert des deutschen Zweiges wie auch die Kredite zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft.


Abbau der Schulden durch weltweite Verkäufe


Strategisch möchte Iberdrola für den Zeitraum 2012-2014 einen Rückgang der Investitionen in Höhe von 20 Milliarden Euro tätigen. Die Schulden sollen um 6 Milliarden zurückgehen. Der siebtgrößte Stromkonzern Europas hat nicht nur in Spanien Verkäufe getätigt, sondern auch in Übersee. Betroffen waren Beteiligungen in den Vereingten Staaten und vor allem 13,5% an Gas Natural México. Hinzu kam der Abstoß von Aktien an Euskaltel und GH Electrotermia, an der das Unternehmen gemeinsam mit BBVA beteiligt war.

Offshore-Windpark in Deutschland


Deutschland bleibt dennoch ein interessanter Markt für Iberdrola. Die zum Verkauf stehenden Anlagen sind an Land. Zukünftig soll es um Offshore-Projekte gehen. Nachdem alle Genehmigungen vorliegen, soll der Bau der größten Offshore-Windparks im Jahr 2015 beginnen. Erste Kilowatts sollen dann 2016 folgen. Name: Wikinger. Standort: 30 km vor Rügen im Baltischen Meer.