Ziviklage gegen Adrià
Meisterkoch Adrià © turespaña

30.10.2012

Ferran Adrià wegen Betruges vor Gericht

Adrià wird Betrug an einem ehemaligen Teilhaber des Restaurants el Bulli vorgeworfen. Die Kinder des ehemaligen Partners verklagen ihn.



von Marcos Fernández Vacas



Dem Kläger zufolge haben Adrià und sein Partner Julio Soler die Anteile des Unternehmers Miquel Horta am Restaurant el Bulli weit unter Wert erworben. Hortas Kinder nennen den Kaufpreis lächerlich. Bis 2005 hat Horta 20% des Restaurants besessen. Nun wollen die Kläger mehr als 10 Millionen Euro sehen.



Streit um Beteiligungen



Adrià selbst behauptet, die ersten zehn Jahre bis 2004 „keinen Cent“ verdient zu haben, so lavozdegalicia.com. Alle Einnahmen wurden demnach für den Abbau der Schulden aufgebraucht. Somit habe er seinen ehemaligen Partner nicht betrogen. Vielmehr habe er die Aktien für 1,2 Millionen Euro zurückerworben. Horta habe zu diesem Zeitpunkt dringend Geld benötigt. Er war zunächst ins Geschäft von el Bulli eingetreten, indem er privat einen Kredit mit 11% Zinsen an das Restaurant vergab.


Krankheit ausgenutzt

Nach Auskunft der klagenden Kinder leidet Miquel Horta an einer psychischen Krankheit und ist entmündigt. Die Krankheit habe Adriá ausgenutzt. Hortas Frau bestätigt dies: Adrià und Soler sollen ihren Ehemann unter Drohungen finanzieller Art gezwungen haben aus dem Geschäft auszusteigen. Dies ist der Grund der Zivilklage gegen Adriá und Soler. Letzterer ist ebenfalls schwer krank und braucht vor Gericht nicht auszusagen. Er war derjenige, der 1981 Ferran Adriá eingestellt hatte, womit der Siegeszug der Molekularküche begann und das Restaurant Weltruhm erlangte.



Das Geschäft mit dem guten Essen



Erst ab dem Jahr 2004 habe er ein Gehalt von 240.000 Euro gehabt, so Adrià beim gestrigen Prozessauftakt in Barcelona. Seiner Meinung nach ist dies kein maßloses Einkommen, da er immerhin als einer der besten Köche der Welt gelte und 365 Tage im Jahr gearbeitet habe. Außerdem habe Horta einen beträchtlichen Gewinn bei Rückzahlung des Kredites erzielt. Ein gutes Geschäft in der Restaurantbranche und kein Betrug. Das Restaurant el Bulli hat letztes Jahr die Türen geschlossen und ist nun eine Stiftung. Ferra Adrià ist derzeit für die spanische Telefónica tätig.

 

 

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