Karneval auf Teneriffa (Bild: Haafke)

Teneriffa-Reiseführer von DuMont

Der Teneriffa-Band der neuen DuMont-Direkt Reihe ist praktisch, gut und preiswert. Trotz kleiner Schwächen also durchaus empfehlenswert.


Erfahrene Urlauber merken es schnell: Optisch und gestalterisch erinnern die neuen DuMont-Direkt Reiseführer stark an die Marco Polo-Reihe. Dies ist jedoch wenig verwunderlich, stammen doch beide Reiseführer aus dem selben Verlagshaus MairDumont. Statt das Rad neu zu erfinden hat man auf altbewährtes zurückgegriffen. Mit Erfolg.

 

Gute Aufteilung


Drei übergeordnete Kapitel geben den Rahmen vor, entlang der die erfahrene Reisebuchautorin Izabella Gawin Lust auf die größte der sieben Kanarischen Inseln macht: Ein allgemeiner Teil, der eigentliche Reiseteil und ein Serviceteil.

 


„zu schade für einen reinen Strandurlaub“

 

Das schreibt die Autorin gleich im ersten Kapitel und verspricht, dass Teneriffa außerhalb der klassischen Touristikzentren viel mehr zu bieten hat. Dieser allgemeine Teil stimmt bereits auf die Reise ein und bietet eine erste gute Orientierung.

 

Playas, Pyramiden und Paläste


Das Herzstück des Reiseführers ist zweifelsfrei der ausführliche Reiseteil. Sinnvoll und übersichtlich nach fünf Regionen geordnet werden die jeweils bekannten und bis dato weniger bekannten Attraktionen der einzelnen Gebiete vorgestellt. Bei den insgesamt 15 Highlights ist für jeden Reisetyp etwas dabei. Der archäologisch Interessierte wird erstaunt feststellen, dass im Osten Teneriffas nicht weniger als sechs Stufenpyramiden in den ewig blauen Himmel ragen. Genussmenschen erfahren, dass das Eiland für sie ganze fünf Weinregionen bereit hält und eine Vielfalt an Weinen bietet, die weltweit selten auf so engsten Raum zu finden ist. Und Architekturfans werden die Informationen über die feudalen Adelspaläste im Nordwesten Teneriffas wohl zu schätzen wissen und sich freuen, dass fasst jede davon öffentlich zugänglich ist.

Kleine Mängel

 

Der Serviceteil enthält ein für Reisführer dieser Kategorie obligatorisches deutsch-spanisches Wörterbuch mit Begriffen, Sätzen und Redewendungen, die die Kommunikation mit Einheimischen erleichtern soll. Beispiel: „Ich möchte einen Tisch reservieren“. Doch wer sagt das am Telefon, ohne die Uhrzeit mit angeben zu können? Ein echter Fauxpas wiederum ist die mangelhafte Übereinstimmung der Kapitelüberschriften mit dem Inhaltsverzeichnis. Diese sind an gleich mehren Stellen unterschiedlich und irritieren den Leser.

Solides Kartenmaterial

 

Neben anschaulichem Kartenmaterial auf den einzelnen Themenseiten liegt dem Reiseführer ein größerer Faltplan der Insel bei. Mit dem nutzerfreundlichen Maßstab von 1:180.000 und den jeweils markierten 15 Highlights fällt die Orientierung leicht.

 

Fazit:

 

Mit „Teneriffa“ aus der Reihe DuMont-Direkt ist dem MairDumont-Verlag ein guter Wurf gelungen. Die kompakte Form, die anschauliche Darstellung und die validen Informationen sind in gewohnter DuMont Qualität. In dieser Preisklasse wird man wohl kaum einen besseren Reiseführer finden können.


Serdar Dogan

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