Pep Guardiola beim Spiel
Pep Guardiola, bei Barca noch die Ruhe selbst am Spielfeldrand © tb

Josep Guardiola im Porträt

Pep Guardiola hat am 27.4. 2012 den Stuhl als Trainer des FC Barcelona geräumt und bis zum Ende der Saison 2016 beim FC Bayern trainiert. Porträt über den derzeit erfolgreichsten Spielführer der Welt.

 

von Johannes Janßen

 

Der wichtigste Titel des europäischen Vereinsfußballs ist die zehnte Trophäe in drei Jahren, die der spanische Klub unter dem erst 40jährigen Trainer gewinnt. Womit der Katalane und Ur-Barça-Mann endgültig nachgewiesen hat, dass er zur Garde der absoluten Weltklasse-Trainer gehört.

Stiller Genießer

London, Wembley-Stadion: Messi, Xavi und Co. feiern ihren Triumph vor der Kurve der Barça-Anhänger. Guardiola hält Abstand. Er freut sich, aber die Ausgelassenheit seiner Kicker zeigt er an diesem Abend meistens nicht. Ein stiller Genießer, nennt ihn der Sat1-Kommentator Wolff-Dieter Fuss. Es geht in den Wochen vor dem Finale das Gerücht um, dass er den Klub nach der Saison verlassen wird, um sich eine Auszeit zu nehmen. Der Kicker meint sogar, in Guardiolas ausgehendem Haupthaar und zunehmendem Gewicht Amtsmüdigkeit zu erkennen.

Stationen als Spieler

Schon als Spieler war Guardiola für Barça eine prägende Figur. Mit 13 Jahren kam er in den Klub, unter Johan Cruyff debütierte er in der Primera División und war ein zentraler Baustein in dem Erfolgsteam, das 1992 den Europokal der Landesmeister gewann. Diverse Meisterschaften holte der Mittelfeldspieler ebenfalls mit Barça, bevor er 2001 nach Italien wechselte. Dort nahm seine Karriere bei Brescia Calcio und dem AS Rom einen eher unglücklichen Verlauf. Er spielte wenig und bekam eine unberechtigte Dopingsperre aufgebrummt. Nach letzten Stationen in Katar und Mexiko beendete er 2006 seine Laufbahn als Spieler. Ein Jahr später kehrte er zum FC Barcelona zurück: als Trainer der zweiten Mannschaft. In der Tercera División, der vierten spanischen Liga, erreichte sein Team sofort das Maximum: Platz 1 und Aufstieg. Für Guardiola folgte prompt ein Karrieresprung. Er wurde neuer Trainer der ersten Mannschaft.

Der Titelsammler und das schöne Spiel

Schon 2009 gewann Guardiola mit Barça alles, was es zu gewinnen gibt: die Champions League, die Meisterschaft, den spanischen Pokal, den spanischen und den europäischen Supercup und die Klubweltmeisterschaft. Doch es sind nicht nur die Trophäen, die Fans zum Schwärmen und Medien zu Lobreden veranlassen. Die von Guardiola verordnete Spielweise verzaubert jeden Fußball-Ästheten. Das gute organisierte, unaufgeregte Kurzpassspiel, das Xavi, Iniesta und Messi aufziehen, ist ein Augenschmaus und lässt dem Gegner in der Regel keine Chance. Guardiola ähnelt in Interviews seiner Mannschaft auf dem Platz: er spricht überlegt und unaufgeregt. Vor allem im Vergleich mit dem expressiven Ex- Real-Coach José Mourinho, den er aber während der Clásico-Serie ungewohnt aggressiv anging.

Bayern statt Katar

Seinen Abschied im Sommer 2011 hat Guardiola noch in der Nacht des Triumphes über Manchester ausgeschlossen. Gottseidank möchte man als Fußballfan erleichtert feststellen. Dann kann der Barça-Zauber weitergehen. Doch schon wieder brodelt die Gerüchteküche: Katar will ihn als Nationaltrainer holen. Das Emirat bietet derzeit angeblich 36 Millionen Euro pro Jahr. Aber auch daraus wird nichts. Nun soll er die Zukunft des so erfolgreichen FC Bayern München als Trainer vergolden.

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