Spanien: KI lässt Menschen sprechen, die nicht sprechen können
In der spanischen Extremadura ist ein Projekt auf den Weg gebracht worden, dass Menschen ohne Sprechfähigkeit sprechen lässt. Ein Meilenstein in der Neurowissenschaft. Verantwortlich ist eine Stiftung, die sich seit vielen Jahren sozial engagiert: die Fundación Primera Fila.
von Tobias Büscher
Die Stiftung hat massiv ein Projekt namens 3VA (Empowerment, Voice and Autonomy) gefördert und dafür den dritten Preis der zu Google gehörenden Plattform Kaggle gewonnen. Diese entstand 2010, um mit Künstlicher Intelligenz Defizite bei menschlichen Behinderungen zu kompensieren. Und nun berichten Spaniens Medien darüber, von der renommierten Zeitung El País bis zum Fernsehsender TVE.
Eva Lagar freut sich sehr. Die Frau aus der spanischen Stadt Badajoz (Extremadura) leidet seit ihrer Geburt an schwerer Zerebralparese (ICP), einer durch frühkindliche Hirnschädigung verursachte, unheilbare Bewegungsschädigung. Die Tochter des spanischen Journalisten José Antonio Lagar kommunizierte über viele Jahre, als würde es KI noch gar nicht geben. Dabei ist sie geistig voll auf der Höhe, sie konnte sich nur bislang nicht würdig verständlich machen. Doch Kommunikation ist kein Luxus. Es ist ein Grundrecht.
Nun kommt Bewegung in die Sache.
"Hilfe für Millionen Menschen auf der Welt"
Ihr Vater, der ebenfalls im Rollstuhl sitzt, ist Vorsitzender der Stiftung Primera Fila. Durch 3VA sollen Menschen mit neurologischen Verletzungen möglichst natürlich und persönlich kommunizieren können. Eva Lagar interagierte lange genug umständlich mit einem sehr teuren Gerät, dessen Roboterstimme sich anhört wie in einem Science-Fiction-Film der späten 1970er Jahre.
Schon geraume Zeit tüfteln Wissenschaftler daher an nützlicheren Lösungen für Menschen wie Eva. Auch die Wissenschaftler rund um Lagar in der Stadt Badajoz, die natürlich immer auf Spenden angewiesen sind. Das Ergebnis hat Primera Fila neben 600 weiteren Konkurrenten eingereicht und den dritten Platz gewonnen. Das Preisgeld von 15.000 Euro ist insofern beachtlich, weil die aktuellen sinnvollen Kommunikationstools ebenfalls rund 15.000 Euro kosten. Für jeden Einzelnen.
Evas Mutter Paula freut sich sehr für ihre Tochter. Und Vater José Antonio Lagar fügt auf Anfrage unserer Redaktion hinzu: "Das hilft in Zukunft Millionen Menschen, sich besser und einfacher ausdrücken zu können."


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