Carlos Ruiz Zafón - mystischer Zauber

Der weltbekannte Autor (46) liebt Geschichten mit innerem Zauber. Berühmt wurde er mit seinem Bestseller „Der Schatten des Windes“.

 


Von Andrea Kirchner

 


„Das Erzählen ist eine mächtige Waffe“


Das Haar kurz rasiert, mit Brille und Backenbärtchen. Er schaut auf den meisten Bildern ernst, fast zweifelnd. Was treibt einen Autor seines Ranges an? Sein Besuch einer Jesuitenschule in Barcelona, in einem gotischen verwunschenen Schloss, ein Ort zum Träumen, inspirierte ihn zu seinen ersten Geschichten. Dem Magazin Focus verrät er 2008: „Das Erzählen ist eine mächtige Waffe“. Diese Waffe setzt er wortgewaltig ein. Seine Handlungsbögen sind schwungvoll aufgebaut. Er komponiert wohldosiert wunderbar witzige Dialoge. Seine Protagonisten sind stets vielschichtige Charaktere, da gibt es kein ´absolut böse` oder ´absolut gut`. Denn bei seinen Figuren verbirgt sich vieles hinter dem Sichtbaren.

Mythologische Verbundenheit mit Drachen


Zafón vergleicht sich selbst mit den mystischen Drachenwesen. Er, im Jahr des Drachen geboren, sammelt mit euphorischer Freude alle Arten von Drachengeschöpfen. Er sei ein Nachtwesen und liebe die Dunkelheit. Dies sei seine Gemeinsamkeit mit den mythologischen Wesen. Seine Begeisterung für das Mystische zieht sich als Motiv durch alle seine Geschichten und Romane.

Zafón: kein Autor nur für Erwachsene

1993 erhielt er den spanischen Jugendliteraturpreis Premio Edebé de Literatura Juvenil für seinen Roman „Der Fürst des Nebels“. Er möchte Geschichten über die Altersgrenzen hinweg erzählen, so erklärt er es im Vorwort seines Jugendbuchs „Der Mitternachtspalast“. Die Lausitzer Zeitung beschreibt in einer Rezension dieses Buch als „Adrenalin wie brennendes Benzin“.

Ein katalanischer Autor, der spanisch schreibt

Gerade im Jahr 2007 vor der Frankfurter Buchmesse, auf der sich Katalonien und die katalanische Kultur als Gastland präsentierte, gab es kritische Stimmen, die ihm vorwarfen nicht in ´seiner` Sprache zu schreiben. Das katalanische Kulturinstitut Ramon-Llull, zuständig für die Präsentation auf der Messe, hatte ihn gar nicht eingeladen. Zafón ließ verlauten, dass die Messe sowieso „Zeitverschwendung“ sei und blieb daraufhin zu Hause.

Barcelona – seine Heimatstadt

 

Er lebt heute in Los Angeles, die Stadt der Engel. Seine Verbundenheit mit seiner Heimatstadt Barcelona scheint trotz allem ungebrochen. Die meisten seiner Geschichten spielen eben in dieser, für den Autor, sagenumwobenen Stadt. Es gibt in Barcelona Touristen und Einheimische, die auf den Spuren des Romans „Der Schatten des Windes“ wandeln. Sie besuchen die von Zafón beschriebenen Orte. Obwohl viele seiner Phantasie entstammten. Für Touristen und Romanliebhabern ist vor allem das Flair der verzauberten Stadt wichtig. Die Santa-Ana-Kirche zum Beispiel gibt es wirklich und die ´Tramvía Blau`, die altertümliche Straßenbahn, fährt immer noch. Ebenfalls kann man das Café-Restaurant „Els Quatre Gats“ im Ribera-Viertel besuchen. Auch seine Kreativität scheint ungebrochen. Das zeigen die vielen Weltbestseller. Allein die beiden großen Barcelona-Romane „Der Schatten des Windes“ und „Stadt der Engel“ wurden in über 40 Sprachen übersetzt.

 

 

 

Die Autorin

 

Andrea Kirchner arbeitet als Medien- kauffrau in einem Zeitschriftenverlag. Ihr Faible für die Literatur führte sie in die Verlagsbranche.


 

Weiterführende Links:

 

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