Seehecht umgeben von anderen Meeresfrüchten in Salamanca
Merluza ist das spanische Wort für Seehecht. Und den essen die Spanier besonders gerne, sb

Welchen Fisch die Spanier am liebsten essen

Spaniens Lieblingsfisch ist anders als bei uns nicht der Seelachs, sondern der Seehecht. Grund ist in beiden Fällen der günstige Preis. Am 22. August als Tag des Fisches hier ein Überblick über den Fischkonsum der Iberer.

Wer einmal auf einem spanischen Wochenmarkt war oder sogar an der Küste bei der Fischversteigerung, der weiß: Spanier essen um Längen lieber Fisch als wir. Entsprechend umfangreich ist sogar das Angebot in den Supermärkten. An Feiertagen decken sie sich mit Meeresfrüchten und Edelfischen wie Seeteufel oder Seezunge ein. Doch diese Pescados sind mit einem Kilopreis von 30 bis 40 Euro kein Schnäppchen. Und daher gibt es für den Alltag vor allem eins: Merluza, also Seehecht. Hier ein Überblick über den Fischkonsum der Spanier im Vergleich zu uns:

Merluza en Salsa statt Fischstäbchen mit Pommes

Die Top-Fünf unter den spanischen Fischen gibt es an jedem Stand in Spanien: Merluza (Seehecht) steht an Platz 1, gefolgt von Sardinas (Sardinen), Bacalao (Kabeljau), Salmón (Lachs) und Lenguado (Seezunge). Nur beim Lachs ähnelt der Fischverbrauch sich im deutschsprachigem Raum. Auf Platz 1, hat der Norddeutsche Rundfunk ermittelt, kommt der Seelachs, gefolgt von Lachs, Hering, Thunfisch und Forellen.

Giganten-Fischbörse weit ab vom Meer

Beachtlich sind auch die anderen Fischsorten, welche die Spanier sehr mögen, darunter Lubina (Seewolf) und Dorada (Goldbrasse). Das Angebot ist sogar mitten im Land, also in Madrid, sehr groß. Dafür sorgen die Lieferwagen, die vor allem aus dem nordwestspanischen Galicien neben Fischen auch Meeresfrüchten wie Enten- und Schwertmuscheln ankarren. Edleren Restaurants der spanischen Hauptstadt ist das übrigens nicht schnell genug. Sie lassen die Waren per Privatjet anfliegen. Und ein weiteres Kuriosum: Auch die größte Fischbörse des Landes steht in Madrid. Obwohl das Meer hunderte Kilometer entfernt liegt.

Wer hat den Tag des Fischs erfunden?

Die Antwort darauf ist nicht leicht. Solche Thementage stammen vor allem aus den USA. So wie seit 1886 der Tag der Arbeit am 1. Mai. Und wir Deutsche haben den Fischtag sicher auch nicht erfunden, stattdessen den Tag des offenen Denkmals, eine Idee der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Und die Spanier selbst? Kommen auch nicht in Frage. Ihnen ist der Día del Pescado auch ziemlich egal. Im Internet gibt es so gut wie keinen Verweis darauf. Sie feiern stattdessen lieber ihre Fischer-Schutzheilige Carmen am 16. Juli. Und das angeblich schon seit 1251. Heute ist es ein echtes Spektakel. Besuchen Sie einfach mal ein xbeliebiges Hafenstädtchen am spanischen Mittelmeer oder Atlantik. Die Fischerprozessionen in den Häfen sind klasse. Und nachher gibt es besten Fisch im Hafenrestaurant. Fangfrisch.

Marie und die Schwertmuscheln

Für unsere Redaktion ist eine Recherche in Spanien natürlich auch mit Kulinarischem verbunden. Am liebsten mieten wir uns in einer Wohnung ein mit eigener Küche. Danach nach Köln zurückzukommen, ist in Sachen Fisch dann wirklich ein krasser Abstieg. Im Stadtteil Nippes sind die wenigen Fischstände ungefähr so groß wie eine Telefonzelle. Da gibt es nur eins: Tiefgefrorenen Pescado (Fisch) im spanischen Spezialgeschäft kaufen.

Einen Lieblingsfisch hat auch unsere Tochter: Den Kofferfisch. Aber nur zum Angucken. Sie steht stattdessen vor allem auf Schwertmuscheln aus der Dose  ... und auf Serrano-Schinkenkeulen. Und das sogar am Tag des Fisches. Typisch deutsch, oder?

Tobias Büscher

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