Tropfsteinhöhle El Soplao

Sie ist nicht so berühmt wie die Altamira-Höhle, schon gar nicht so verhext wie die Höhle Zugarramurdi. Doch bietet die Höhle El Soplao einige Überraschungen. Anfang Dezember 2025 haben Forscher hier sogar einen sensationellen Fund gemacht.

Von Tobias Büscher

Es ist das Jahr 1908. In der nordspanischen Mine La Florida in Kantabrien bauen die 600 Minenarbeiter gerade einen Tunnel, den sie La Isidra nennen. Dabei stoßen sie auf große unterirdische Gänge mit eigenwilligen Kalkformationen. Na und?

Die Männer sind keine Höhlenforscher mit Faible für Stalaktiten und Stalagmiten. Sie werden dafür bezahlt, möglichst viel Zink und Blei an die Oberfläche zu bringen. Das wertvolle Gut exportieren Ihre Chefs fast komplett nach Frankreich und Großbritannien. Der Gewinn ist grandios.

Und so geht die Zeit dahin. Die Republik kommt, Franco, Staudämme und Pauschalreisen. Und erst in dem Jahr, als die Diktatur beendet ist, nehmen sich Forscher der Höhle an. Das war 1975.

Und wieder dauert es Jahrzehnte. Die Demokratie kommt, Spanien tritt in die EU ein, Almodóvar dreht schräge Filme. Da erst nimmt sich die Regierung in Kantabrien ein Herz und öffnet die Saplao Höhle dem Publikum. Das war 2005.

Fast 100 Jahre nach der Entdeckung.

Kuriose Kalkgebilde, Insekten in Bernstein

Die rund 20 km lange Höhle befindet sich in der Sierra de Arnero, rund 80 km südwestlich der kantabrischen Hauptstadt Santander. Besucher finden darin Säulen und Figuren, die trotz Schwerkraft in alle Richtungen zeigen. Die Temperatur liegt das ganze Jahr über bei 12 Grad.

Zunächst geht es mit einer umgebauten Bergbahn ins Innere, dort dauert die geführte Tour durch Gänge und über beleuchtete Stege gut eine Stunde. Doch nicht nur dies bieten die Betreiber an. Im Eingangsbereich ist eine Sammlung von Insekten in Bernstein zu sehen. Und was für welche:

Mehr als 100 Millionen Jahre alte Wespe

Im Dezember 2025 haben Forscher in dieser Höhle eine 105 Millionen Jahre alte Wespe entdeckt, wie National Geografic berichtet.

Und ab und zu treten Musikstars wie Luz Casal und Los Secretos in den Höhlen auf.

Übrigens: El Soplao heißt so viel wie Das Gebläse. Das spielt auf die Luftzufuhr in den Höhlen an.

Der Eintritt kostet 12 bis 15 Euro, unter drei Jahren ist der Besuch kostenlos. Im Juli und August sind die Öffnungszeiten 10-19/21 Uhr.

Webseite der Höhle El Soplao

Für den Hunger zwischendurch

Wer nach dem Besuch der Tropfsteinhöhle hungrig ist: Das Casa Jandro liegt nahe der Soplao-Höhle in der Ortschaft Celis. Dort gibt es traditionelle kantabrische Gerichte wie Wildschweinragout und Seewolf.

Reservierung unter: restaurante(a)casajandro.com

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