Zwei Fahrradfahrer am Manzanares-Fluss
Mit dem eigenen Rad fährt es sich besser: Biker am Manzanares-Fluss in Madrid © tb

2.07.2014

Chaotischer Fahrrad-Service in Madrid

Seit letzter Woche bietet die Stadt Madrid den Fahrrad-Mietdienst BiciMad an. Doch es läuft alles schief. Einheimische sind enttäuscht und genervt.

von Marcos Fernández Vacas

Pressereif hatte sich vorletzten Montag Madrids Bürgermeisterin Ana Botella im legeren Sommerkleid auf ein Fahrrad von BiciMad geschwungen. Doch wenige Stunden später hörte der Spaß auf, das Chaos begann. Computerprobleme machten das Benutzen der Räder mittels Abo-Ticket unmöglich.

Peinlicher Beginn eines guten Dienstes

Ana Botella sprach noch triumphierend zur lokalen Presse in Madrid: „Dieses Transportsystem ist die Zukunft und der Wandel dieser Stadt." Aber jetzt sehen die Reaktionen anders aus, nachdem nun fast alle 1.560 Fahrräder auf ihren Einsatz warten. Eine Einheimische lamentiert: „Ich versuche schon seit Tagen, dieses System in den verschiedenen Stationen zu benutzen, aber es klappt einfach nicht.“  Schon zu Amtszeiten von Alberto Ruiz-Gallardón zwischen den Jahren 2003 und 2011 entstand das Projekt, doch Haushaltsprobleme verhinderten die Realisierung. Dann sollte es im Mai losgehen, doch nun klappt die Organisation nicht.

Schlechte Ausreden von schlechtem Management

Dabei ist im Laufe der Jahre die Nachfrage in Madrid immer weiter gestiegen, so die Tageszeitung El País. Im Jahr 2013 benutzte laut einer Umfrage 17% mehr Bürger das Fahrrad als im Vorjahr.  Spaniens Hauptstadt versteht sich immer mehr als einer der Öko-Pioniere der Metropolen in Europa. Aber die federführende Firma Bonopark hat dies wohl nicht kommen sehen. Recht weinerlich klingt die Ausrede: „BiciMad hatte in den ersten drei Tagen über 2 500 Anfragen zu beantworten. In Barcelona hatte das Bicing nur 5 000 in einem Monat zu regeln“. Das System ist dann nicht nachgekommen. Komisch nur, warum niemand aus dem Management in der drittgrößten Stadt der Europäischen Union damit gerechnet hat.

Korrekturen bevor die Touristen kommen

Mittlerweile funktioniert wenigstens die Website, die immer wieder abstürzte. So können die Kunden jetzt ihre Abos kaufen. BiciMad informiert über den Twitter-Account, wie die Fortschritte aussehen. Auch der Telefondienst klappt, sogar in mehreren Sprachen. Nun arbeitet BiciMad hart an der Serverkapazität und an den Fahrradstationen in der Stadt. Denn die Sommerzeit ist schon lange da und immer mehr Menschen besuchen die Stadt. Da ist es angebracht, wenn der Service steht. Denn unzufriedene Touristen kann sich Madrid nicht leisten. Ist schlecht fürs Image.

 

Weitere interessante Links:

 

Infos zur Stadt


Bilbao

Mérida


Zaragoza

 

Bewerte diese Seite

 
 
 
 
 
 
 
Bewerten
 
 
 
 
 
 
0 Bewertungen
0 %
1
5
0
 
Logo Werbepartner