Kapuzenmänner während der Karwoche in Cuenca.

Karwoche im spanischen Cuenca

Ostern, die Semana Santa, wird im katholischen Spanien überall groß gefeiert, ob in Madrid, Toledo, Salamanca oder Granada. Doch nirgendwo ist die Atmosphäre so spannend wie in dem kastilischen Städtchen Cuenca.


Cuenca, knapp 200 km südöstlich von Madrid, ist berühmt für seine Casas Colgadas, die sogenannten Hängenden Häuser an einer steilen Klippe, hat eine unverbaut mittelalterliche Altstadt mit urigen Tavernen und nicht zuletzt einen Parador, der schon die Weltöffentlichkeit interessierte: denn hier verbrachten das damalige Prinzenpaar Letizia und Felipe undercover ihre erste Hochzeitsnacht. Das war für Cuenca kurz darauf ein Tag der medialen Extraklasse. Die Karwoche dagegen ist schon seit einer halben Ewigkeit ein echtes Aushängeschild und gilt als Highligt in Sachen Fest und spanische Religion.

Spitze Kapuzen, Schnaps unter der Kutte

Wenn an Palmsonntag in Cuenca die Bruderschaften der Stadt mit ihren gruseligen, spitzen Kapuzen zu ihren Prozessionen aufbrechen, ist der Himmel über Kastilien zumeist knallblau, und böse Zungen sagen, die Büßer würden unter ihren Kutten Flachmänner mit lokalem Anisschnaps trinken, um dem Himmel auf ihre Weise Konkurrenz zu machen. Wie dem auch sei, die 30 Bruderschaften tragen die mit Blumen geschmückten Tragen (pasos) ausgesprochen feierlich durch die Altstadt. Dazu erklingt religiöse Orchestermusik, gregorianische Gesänge und die Pasos symbolisieren Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem oder auch die Mutter Gottes in schwerem Samt, alles garniert mit weißen Lilien und Palmenzweigen. Am Straßenrand und auf den Holzbalkonen der denkmalgeschützten kleinen Metropole wird es jedes Jahr an Ostern brechend voll.

Träger zwischen Tanz und Trippelschritt

In Cuenca trägt die Karwoche die offizielle Bezeichnung "Fest von internationalem touristischem Interesse", ähnlich wie die Pferdetreibjagden in Galicien und die Tomatenschlacht am spanischen Mittelmeer. Die Bruderschaften laufen alle mit eigenem Wappen und eigenen Kutten durch die Alstadtgassen und jede hat ihren eigenen, tonnenschwere Paso, um die Leidensgeschichte Jesu zu verdeutlichen. Manche der Podeste sind derart schwer, dass sie von Dutzenden kräftigen Männern geschultert werden, die den anstrengenden Gänseschritt schon Monate vorher trainieren. Und am Mittwochabend wird es kurios, wenn die Büßer mit dem schweren Paso des Ölgartens von Gethsemane auf der Plaza Mayor vor der Kathedrale langsam im Rhythmus der Musik zu tanzen beginnen.

 

Teil 2: Cuenca: Tolle Kulisse während der Karwoche

Bilder vom Palma de Mallorca an Gründonnerstag

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