Regisseure Bunuel und Saura
Bunuel & Saura, Donostia, Filmarchiv
Filmplakat Zerrissene Umarmungen
Plakat Zerrissene Umarmungen

Geschichte Spanischer Film, Teil 1

Vom Ton- zum Propagandafilm behandelt Teil 1 unserer Serie zum Spanischen Film, Teil 2 beschäftigt sich mit dem Weg hin zum Gegenwartskino in Spanien bis heute.

 

Die ersten Ansätze einer spanischen Filmkultur entstanden schon mit dem Einzug des Tonfilms in die Kinos während der Zweiten Republik der 1930er Jahre. Doch die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Landes waren so knapp, dass viele spanische Regisseure und Darsteller das Land verließen. Sie produzierten im Ausland, vor allem in den USA. Durch den Bürgerkrieg wurden die erst zaghaften Ansätze zu einer spanischen Filmindustrie zerstört. Die beiden Hoffnungen des spanischen Films, Luis Buñuel und Carlos Velo, gingen nach Mexiko ins Exil. Sowohl die Faschisten als auch die Republikaner beschränkten sich währenddessen auf die Produktion von Propagandafilmen.

Filme unter Franco

Mit der Diktatur Francos begann die Geschichte der Zensur des spanischen Films. Ununterbrochen wurden von 1939 bis 1977 alle inländischen Streifen zensiert. Ab 1943 galt dies auch für ausländische Filme, die außerdem nur in spanischer Sprache gezeigt werden durften. Beim Synchronisieren scheute man sich nicht, unliebsame Äußerungen einfach sinnentstellend zu übersetzen. Zielrichtung war die Gründung eines nationalen, nationalistischen und reaktionären Films. Kommerzielle Folklore, Bürgerkriegslegenden und fromme Geschichten beherrschten die Leinwand. Franco selbst griff unter einem Pseudonym ins Filmgeschehen ein und gab 1950 in dem Film „Die Rassengesinnung“ (El espíritu de la Raza) Propagandistisches zum Besten.

Carlos Saura und die neue Generation der Filmemacher

Zu Beginn der 1950er Jahre regten sich trotz des autoritären Drucks erstmals wieder neue Filmkräfte. Filmakademien und Filmzeitschriften sowie ein Filmarchiv entstanden. In Madrid absolvierten Juan Bardem, Luis Berlanga und der junge Carlos Saura die Filmschule und wurden zu den neuen Hoffnungsträgern des spanischen Films. Diese Filmemacher wagten sich an realitätsnahe Filmprojekte, um auf dem schmalen Grat zwischen Zensur und Machbarem einen neuen Weg zu suchen. Juan Bardem fällte ein vernichtendes Urteil über das francistische Kino. Auf dem ersten Nationalen Filmkongress 1955 in Salamanca bezeichnet er es als „politisch wirkungslos, sozial falsch, intellektuell unbedeutend, ästhetisch nichtig und industriell rachitisch“.

 

Teil 2: der Weg zum spanischen Gegenwartskino

 

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