Karwoche in Palma: Kapuenmänner in weiß nachts im Zentrum von Mallorcas Hauptstadt
Hallo Kapuzenmann: Karwoche in Spanien

Karwoche: Osterfest in Spanien

Spanien mit seiner langen katholischen Tradition feiert Ostern ganz besonders aufwendig. Vor allem in Kastiliens Städten rund um Madrid gedenken die Bewohner der Auferstehung Christi. Und das nicht immer unblutig.

Pascua (Ostern) feiern die Spanier überall im Land, ob in Palma de Mallorca, auf Teneriffa oder in Cuenca. Und das die ganze Woche über, weshalb das Fest auch Semana Santa heißt, heilige Woche. Berühmt sind international die  Prozessionen der Büßer mit Kapuze und Sehschlitz, die barfuß hinter gewaltigen Tragebühnen mit Heiligenstatuen schreiten. Von Gründonnerstag auf Karfreitag sind sie besonders beliebt in Cuenca, Sevilla, Málaga, Zamora, Viveiro,  Valladolid, Zafra, Girona und den Dörfern Aragóns. Im dortigen nahezu verlassenen Dorf Samper de Calanda (hier kam Regisseur Luis Buñuel zur Welt) trommeln sich manche Teilnehmer bei der so genannten  Tamborrada im Rausch die Hände blutig, wie es auch in  Moratalla in der Provinz Murcia üblich ist.

Passionsspiele und Highlights

Besonders aufwendig und mit viel Musik und Umzügen begehen die Bewohner die Karwoche in  Granada, Jerez de la Frontera, Cabra, Híjar, Marbella, Ronda, Murcia, Lorca,  Cartagena,  Salamanca, Burgos, León, Tobarra und Elx (Elche).  Passionsspiele sind beliebt im andalusischen  Riogordo und in Cervera zwischen Barcelona und Lleida.

Kapuzenmänner statt Ostereier

Vor allem die schweren Heiligenpodeste (pasos) prägen das Bild, getragen von gruselig wirkenden Kapuzenmännern. Im Gänseschritt laufen sie voran, spielen den Leidensweg Christi durch Jerusalem nach und jeder weiß: unter der Kapuze genehmigen sie sich gerne mal einen Tresterschnaps.

Anders als in Uruguay und Deutschland sind Ostereier und entsprechende Hasen dagegen nicht auf dem Programm.

Kuriose Osterbräuche: Selbstgeißelung und Dornenkrone

Dabei gibt es in Spanien durchaus eigenartige Varianten des Osterfests. In Logroño in der Winzerregion La Rioja beispielsweise fordert die Bruderschaft der Sieben Worte den Bürgermeister auf, einen Schwerverbrecher zu entlassen. Auch Málaga entlässt jedes Jahr einen Strafgefangenen, sobald die Prozession am Gefängnis vorbeikommt.

Die Basken wiederum verbrennen eine riesige Stoffpuppe, in der Feuerwehrskörper loskrachen. Und dann gibt es noch die radikalen Katholiken mit den Auspeitschungen. Der Rioja-Ort  San Vicente de la Sonsierra ist berühmt für die  Selbstgeißelung der Vermummten.

Und in Valverde de la Vera (700 Ew.) in der Extremadura laufen Männer als lebendig Gekreuzigte durchs Dorf. Ihre Arme sind mit dicken Seilen an einen Pflugpfahl geschnürt. Und nicht fehlen darf die Dornenkrone. Als Büßergewand dient ein Frauenunterrock.

Spanier essen an Ostern Mona

Kulinarisch sind an Ostern Monas de Pascua angesagt, ein süßer Kuchen aus Valéncia. Und je nach Lage am Meer oder im Zentrum stehen alle Spanier in dieser Zeit entweder auf Lammfleisch oder Stockfisch.


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