Antonio Banderas mit Marisa Paredes im Film
Filmszene mit Antonio Banderas (Bild: tobis)

Marisa Paredes: Doña der „Almodóvar Chicas“

Marisa Paredes hat royales Format. Und ist auf der spanischen Leinwand mindestens so präsent wie die vielen guten Nachwuchstalente.

 

von Caroline Scribe

 

Zur Rolle der Königin fehlt ihr eigentlich nur noch das Diadem, dann könnte sich jeder María Luisa Paredes Bartolomé bei einem Festempfang im Palacio Real neben Königin Sofia vorstellen. In Felipe und Letizia (2011), der Verfilmung DER royalen Lovestory Spaniens, verkörpert folglich auch sie die vornehm zurückhaltende Monarchin.  Die Frau, die dieses Frühjahr bereits ihren 75. Geburtstag feierte, bringt alle nötigen Attribute mit: Eleganz, Anmut, die perfekt sitzende Frisur, das ausgefeilte Make-up, das schicke Abendkleid. Die Frau hat Charisma – und einen ganz besonders treuen Fan: Pedro Almodóvar.

 

 

 

Marisa Paredes in einer Filmszene von Almodóvars Die Haut in der ich wohne
Szene aus "Die Haut in der ich wohne"

Karriere einer (Film-)diva

Marisa Paredes studierte am Konservatorium der Dramatischen Künste in Madrid. Bereits als Kind wurde ihr schauspielerisches Talent entdeckt und so kam Paredes sehr früh zum Theater. Seit den 60ern wirkt sie in vielen spanischen TV-Produktionen mit. Das deutsche Publikum kennt sie am ehesten aus Begninins Tragikomödie Das Leben ist schön (1997).

Vor allem aber ist Marisa Paredes eine von ihnen – den „Almodóvar Chicas“, zu denen Carmen Maura, Rossy De Palma, Victoria Abril, Cecilia Roth, Chus Lampreave und nicht zuletzt Penélope Cruz gehören. In der schwarzen Komödie Das Kloster zum heiligen Wahnsinn (1983) spielte sie eine unter Halluzinationen leidende Köchin. Auch die Darstellung der Becky in High Heels - Die Waffen einer Frau (1991) - einer egoistischen und egozentrischen Mutter – blieb unvergessen. 1999 war sie als schillernder Theaterstar in Almodóvars oscarprämiertem Meisterwerk "Alles Über Meine Mutter" zu sehen. Und auch in "Sprich mit ihr" (2002) gehörte sie wieder zur Lieblingsbesetzung des Starregisseurs. Kein Wunder, ist das Spektrum ihrer Rollen doch so vielschichtig und ihre Interpretation dennoch so glaubwürdig.
Paredes ist eine der Großen vom alten Schlag; nicht "made in Hollywood", sondern eher „Grande Dame“ des intellektuellen Films Europas.

Vom Erfolg verwöhnte Schauspielerin

Die Anerkennung ihrer Talente blieb nicht lange aus – die Liste der Auszeichnungen ist mittlerweile beeindruckend umfangreich: Auf ihrem Kaminsims dürften sich der Fotogramas-de-Plata-Award, der Gramados-Film-Festival-Award, der Sant-Jordi-Award und der Spanish-Actors-Union-Award nebeneinander aufgereiht finden.

Paredes kommt außerdem auf zwei Goya-Nominierungen: 1988 als beste Nebendarstellerin für Cara de acelga, 1996 sogar als beste Hauptdarstellerin für Mein blühendes Geheimnis. Im selben Jahr wurde Paredes für ihr Lebenswerk der Nationale Filmpreis des spanischen Kulturministeriums verliehen. Bei der Berlinale im Jahr 2000 gehörte Paredes erstmals selbst zu den Jurymitgliedern. 

 

Ehe mit Drehbuchautor Antonio Isasi-Isasmendi

Gleich und gleich gesellt sich gerne. Paredes ist mit dem Regisseur und Drehbuchautor Antonio Isasi-Isasmendi verheiratet. Ihre gemeinsame Tochter María Isasi verdingt sich  ebenfalls als Schauspielerin. Doch genau wie bei den spanischen Royals ist das Privatleben der Paredes strengstens abgeschottet. Über die private Marisa, die Ehefrau und Mutter, ist in der spanischen Boulevard-Presse nichts zu lesen.

Die Haut in der ich wohne

Paredes sucht sich keine einfachen Drehbücher. Auch im neuen Film Die Haut in der ich wohne ist Erfahrung gefragt. Ein geisteskranker plastischer Chirurg (Antonio Banderas) forscht nach einem Hautersatz, nachdem er seine Frau bei einem Autounfall verloren hat. Der Psychopath hält eine junge Frau (Elena Anaya) als Forschungsobjekt in seinem Haus gefangen. Paredes spielt die konspirative Haushälterin des Psychopathen. Nicht gerade bequem. Doch Marisa fühlt sich wohl in ihrer Schauspielerhaut. Und meistert deshalb auch die Rolle der Haushälterin, eine nur vermeintlich am Rande stehende Figur, einfach königlich. Übrigens: Lange ist gemunkelt worden, Almodóvar plane Paredes für seinen Film MINA für die Hauptrolle ein. Doch es kam anders. 2013 hat er stattdessen den Film Fliegende Liebende herausgebracht.

 

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