Der Radprofi Samuel Sánchez
Samuel Sánchez, verfolgt von Pierre Rolland

 

 

 

Der asturische Baske

Samuel Sánchez im Porträt

Formel-1-Star Fernando Alonso ist der berühmtere Asturier, doch dem Radprofi Samuel Sánchez ist in der Hauptstadt Oviedo sogar eine Straße gewidmet. Und sollte Sánchez einmal die Tour de France gewinnen, könnte Alonso seine Ausnahmestellung verlieren.

 

 von Stefan Schmitz (Text & Bild)

 

Ein lässiger Drei-Tage-Bart, ein leichter Ansatz von Koteletten, strahlend weiße Zähne, die im krassen Gegensatz stehen zu den dunklen Augenbrauen und den schwarzen Haaren, die seit vier Jahren (nach dem Olympiasieg) zumeist unter einem goldfarbenen Helm versteckt sind. Zumindest während der Arbeit. Radprofi Samuel Sánchez (34), 1,81 Meter groß und nur 68 Kilogramm schwer, ist eine markante Erscheinung. Und ein Exot dazu.

 

Gold im Nationaltrikot

 

„Samu“ darf als einziger Nicht-Baske für das Profiteam Euskaltel-Euskadi in die Pedale treten. Zwei Taxifahrer gründeten Anfang der 90er Jahre in Bilbao den  Radsportverein Euskadi, seit 1998 gesponsert von der Telekommunikationsfirma Euskaltel. Einzige Begründung für die Verpflichtung des Nicht-Basken Sánchez im Jahr 2000: Er habe schon in seiner Junioren-Zeit zahlreiche Rennen im Baskenland bestritten. Der Asturier im knall-orangenen Trikot von Euskaltel-Euskadi zahlte das in ihn gesetzte Vertrauen zurück. Spätestens im Jahr 2008, als er sich bei 35 Grad Celsius und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit in Peking die Goldmedaille sicherte – wenn auch im Nationaltrikot.

 

Olympia ist ein Eintagesrennen

 

An eine Wiederholung des Olympiasiegs 2012 in London denkt Sánchez aber nicht. „Die Strecke liegt mir als Kletterspezialist und guter Abfahrer nicht so“, sagte der Titelverteidiger dem spanischen TV-Sender Teledeportes. „Olympia ist ein Eintagesrennen, darauf kann ich nicht meine ganze Saison ausrichten, weil es in einem Desaster enden kann.“ 

 

Fokus auf die Tour de France

 

So wird er den Fokus auf die Tour de France richten. Allerdings: 2012 läuft sein Vertrag aus, die spanische Wirtschaftskrise hat auch vor Euskaltel nicht Halt gemacht. „Es liegt an uns Fahrern, die Richtung vorzugeben“, blickt Sánchez im französischen Internet-Portal Velochrono.fr voraus. „Vielleicht muss ich mich Richtung Ausland orientieren.“ Die Radsportfans werden ihren „asturischen Basken“ dennoch für immer in ihren Herzen behalten – nach dem Olympiasieg von 2008 auf jeden Fall, nach einem Erfolg bei der Tour de France erst recht.


Autor Stefan Schmitz

Der Autor:

Stefan Schmitz hat 20 Jahre als Sportredakteur beim Mittelrhein-Verlag in Koblenz gearbeitet. Neben Fußball beschäftigt er sich intensiv mit Radsport.

 

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