Valencia - 2000 Jahre Geschichte

Valencia gehört zu den historisch interessantesten Städten Spaniens. Geprägt ist sie von römischen, maurischen, christlichen und hochmodernen Einflüssen.

Die im Jahre 138 v. Chr. von den Römern gegründete Stadt bietet dem Besucher aber auch etliche Sehenswürdigkeiten aus ihrer 2000jährigen Geschichte. Da wäre zunächst die zwischen 1262 und 1426 errichtete, gotische Kathedrale mit ihrem achteckigen Kuppelgewölbe, dem Hauptportal aus dem Barock und einem Kelch, den viele für den Heiligen Gral halten. „Micalet", ihr Glockenturm, ist das Wahrzeichen der Stadt. Er steht auf den Ruinen einer Mesquita der 1236 vertriebenen Mauren, deren Erbe nur noch an wenigen Orten sichtbar ist, zum Beispiel in der romantisch verwinkelten Altstadt, einem Zentrum des Nachtlebens. Jeden Donnerstag um 12.00 Uhr tagt im „Aposteltor“ der Kathedrale das Wassergericht, eine traditionelle Veranstaltung, die sich der Besucher nicht entgehen lassen sollte. Einen Blick in die Frühgeschichte der Stadt eröffnet ein Grabungsfeld hinter der Kathedrale. Durch Glas unter einem dünnen Wasserfilm erblickt man römische Ruinen.

Valencia - Markthalle und Börse

Nicht weit entfernt liegen zwei weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten: Die Markthalle Valencias sowie La Lonja, die Handelsbörse. Das wichtigste historische Gebäude der Stadt, einer der wenigen erhaltenen gotischen Zivilbauten Europas, diente seit 1498 vor allem dem Handel mit Seide. Der Börsensaal ist ein architektonisches Schmuckstück und ein Muss für jeden Valencia-Besucher. Gegenüber in der Markthalle, einem der vielen Jugendstilbauten der Stadt, geht es lebhaft zu. Gehandelt wird mit allem was in der huerta, Valencias riesigem Obst- und Gemüsegarten, angebaut und gezüchtet und im Meer gefangen wird: Riesengarnelen, Seeaal, Orangen, Datteln, Schinken, alles frisch und verlockend. Und natürlich kann man auch viele der Spezialitäten finden und oft auch probieren, zum Beispiel chufa oder Esgarradet. Um die Markthalle herum befinden sich viele rustikale Restaurants und Kneipen, die zum Verzehr der gerade gesehenen Produkte einladen.So gestärkt kann man eines der 21 Museen der Stadt besuchen. Besonders empfehlenswert: das Fallas-Museum, das Keramikmuseum und das Institut für Moderne Kunst (IVAM). Letzteres zeigt in einem postmodernen Bau Dauer- und Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler, z.B. von Fernando Botero oder Alberto Corazón. Im Keramikmuseum, untergebracht im prunkvollen Rokoko-Palast des Marqués de Dos Aguas, werden sowohl antike Stücke gezeigt als auch Kacheln mit valencianischen Motiven. Das Fallas-Museum schließlich, schräg gegenüber der „Stadt der Künste und der Wissenschaften“ gelegen, präsentiert die einzigartige Sammlung der seit 1934 „geretteten“ Figuren des gleichnamigen Fests. Humor- und kunstvoll sind diese „Ninots“, die sich im Lauf der Jahrzehnte von traditionell ländlichen zu international bekannten Comicfiguren gewandelt haben.

Teil 4: Valencia in der Pool Position. Mehr dazu

 

 

 

 

Fallas

Vom 15.-19. März versinkt Valencia im Freudentaumel. Während der Fallas werden gigantische Pappmachéfiguren (ninots), an denen ganze Viertel ein Jahr gearbeitet haben, in großen Umzügen und auf Plätzen dem Volk vorgestellt, oft begleitet von einem ohrenbetäubenden Feuerwerk. Aus diesen rund 400 Figuren wird die Beste ausgewählt und ein Teil von ihr darf ins sehenswerte Fallas-Museum (Museu Faller, Plaza de Montolivet, 4) einziehen. Alle anderen werden in der letzten Nacht verbrannt.